Poker beendet BASF übernimmt Engelhard

Triumph für BASF-Chef Jürgen Hambrecht: Nach monatelangem Poker übernimmt der weltgrößte Chemiekonzern BASF den US-Katalysatorspezialisten Engelhard. Engelhard empfehle seinen Aktionären die Annahme des Angebots über 39 Dollar je Aktie, teilten beide Firmen am Dienstag mit.

Ludwigshafen - Damit würde BASF rund fünf Milliarden Dollar für den US-Hersteller von Katalysatoren zahlen. Die Übernahmeofferte laufe wie geplant am Pfingstmontag aus.

Engelhard gebe nun seine Pläne auf, als Abwehrmaßnahme rund 20 Prozent der eigenen Aktien für 45 Dollar je Anteilsschein zurückzukaufen. Die für Freitag geplante Hauptversammlung von Engelhard werde auf den 30. Juni verschoben.

"Dies ist ein entscheidender Schritt auf dem Weg zur Akquisition von Engelhard", erklärte Vorstandschef Jürgen Hambrecht. Der BASF-Chef konnte damit das Tauziehen mit dem Engelhard-Management nach einer zweimaligen Erhöhung der Offerte für sich entscheiden.

Stark bei Umwelttechnologien

Die Ludwigshafener hatten in der vergangenen Woche ihr Angebot noch einmal um einen Dollar auf 39 Dollar je Aktie in bar aufgestockt. Bei Bekanntgabe der Übernahmepläne im Januar hatte BASF 37 Dollar geboten.

Das Engelhard-Management hatte die Offerten monatelang für zu niedrig erklärt. Der Katalysatorenhersteller sah seinen Marktwert wegen der zunehmend strikten Umweltauflagen in den USA, Europa und Asien deutlich höher. BASF will mit dem Kauf zur weltweiten Nummer eins bei Autokatalysatoren aufsteigen.

"Das Angebot bietet einen fairen Wert"

Engelhard-Chef Barry Perry erklärte: "Unser Vorstand hat beschlossen, dass das Angebot von 39 Dollar je Aktie unseren Aktionären fairen Wert bietet." Der Kauf des US-Katalysatorenspezialisten wäre die größte Übernahme in der 141-jährigen Firmengeschichte von BASF.

Die einflussreiche US-Aktionärsvertretung und -beratung Institutional Shareholder Services (ISS) hatte sich bereits in der vergangenen Woche positiv zu dem Übernahmeplan geäußert. Vorausgegangen waren mahnende Worte aus Ludwigshafen, das Spiel nicht zu weit zu treiben: Unter keinen Umständen würde das Angebot von 39 Dollar je Aktie nochmals erhöht, hatte BASF-Vorstandschef Jürgen Hambrecht nach der jüngsten Aufstockung betont. Diese Ankündigung hat die Aktionäre von Engelhard offenbar aufgeschreckt.

Die Aktie von BASF reagierte am Dienstag kaum auf die Nachricht und lag am Nachmittag in einem schwachen Gesamtmarkt 0,85 Prozent im Minus bei 64 Euro.

Analyst Ludger Mues von Sal. Oppenheim sprach von einem Preis, der in Ordnung sei und von den Märkten positiv aufgenommen werden solle. Zudem verringere das Unternehmen mit dem Zukauf seine Abhängigkeit vom Auf und Ab in der Chemiekonjunktur.

Die Anleger reagierten kaum auf die Nachricht. Die Aktie von BASF  gab in einem sehr schwachen Gesamtmarkt bis 15.30 Uhr deutlich nach.

manager-magazin.de mit Material von reuters, dpa, vwd

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