DaimlerChrysler Ausnahmefall Überstunden

Der jahrelange Streit um unbezahlte Überstunden in der Zentrale des DaimlerChrysler-Konzerns ist offenbar beendet. Betriebsrat und Geschäftsleitung hätten sich auf ein Modell geeinigt, das unbezahlte Überstunden vermeiden soll, heißt es in einem Zeitungsbericht.

Stuttgart - Nach einem über zwei Jahre andauernden Streit haben sich der Automobilkonzern DaimlerChrysler  und der Betriebsrat einem Zeitungsbericht zufolge auf neue Regeln zur Abgeltung von Überstunden geeinigt.

Die vereinbarte Regelung sehe vor, dass ein Ansammeln einer Vielzahl von Überstunden nur noch in Ausnahmefällen möglich sein soll, berichtete die Zeitung "Stuttgarter Nachrichten" vorab aus ihrer Dienstagausgabe. Damit soll künftig vermieden, die Beschäftigten in der Zentrale des Konzerns - wie in der Vergangenheit üblich - unbezahlte Überstunden leisten.

Überstunden sollen demnach entweder ausbezahlt oder einem Arbeitszeitkonto gutgeschrieben werden. Eine Konzernsprecherin wollte den Bericht nicht kommentieren. "Wir berichten nicht über laufende Verhandlungen", sagte sie.

Der Streit um die Vergütung von Mehrarbeit schwelt bei DaimlerChrysler seit Frühjahr 2004. Das Bundesarbeitsgericht hatte damals entschieden, dass die jahrelange Praxis unbezahlter Überstunden nicht fortgesetzt werden darf.

Dem Zeitungsbericht zufolge summiert sich die Mehrarbeit in der Konzernzentrale nach Berechnungen des Betriebsrats jedes Jahr auf rund 750.000 Stunden, ohne dass die Beschäftigten dafür einen Ausgleich erhalten. Diese Arbeitsmenge entspreche rund 500 Vollzeitarbeitsplätzen, hieß es.

DaimlerChrysler will seinen Personalbestand in der Konzernzentrale um 6000 Stellen verringern, um den Konzern schlanker zu machen und Doppelarbeit zu reduzieren. Die Verhandlungen mit dem Betriebsrat über die Konditionen für freiwilliges Ausscheiden laufen. Für das Gros der von der Zentralisierung betroffenen Arbeitnehmer gilt ein Schutz vor betriebsbedingten Kündigungen.

manager-magazin.de mit Material von dpa, reuters

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