RWE-Wassersparte Der Zehn-Milliarden-Euro-Schluck

Drei Finanzinvestoren sind offenbar an der etwa zehn Milliarden Euro schweren RWE-Tochter Thames Water interessiert. Dazu gehören Terra Firma, die australische Bank Macquarie und Cheung Kong aus Hongkong. RWE präferiere zwar einen Börsengang, sei aber offen für Angebote von langfristig orientierten Finanzinvestoren.

London – Mehrere Finanzinvestoren bereiten einem Zeitungsbericht zufolge ihre Gebote für das britische Wassergeschäft des Essener Energiekonzerns RWE  vor.

Die britische Zeitung "The Independent" berichtete, der Finanzinvestor Terra Firma, die australische Macquarie Bank  und die in Hongkong ansässige Cheung Kong  bereiteten derzeit Angebote für die RWE-Wassertochter Thames Water vor. Erste Offerten könnten im Juni vorgelegt werden.

Ein RWE-Sprecher sagte, es gebe für Thames Water Kaufinteressenten, der Konzern werde sich aber nicht zu Details äußern. Für die britische Wassertochter werde derzeit ein Börsengang vorbereitet, ein Verkauf an Finanzinvestoren sei aber weiter nicht ausgeschlossen. Analysten schätzen den Wert von Thames Water auf rund zehn Milliarden Euro.

Terra Firma und die zum Hutchison-Whampoa-Konzern  gehörende Cheung Kong hatten bereits vor Monaten Interessen an Thames Water angemeldet. Mitte Mai hatte die Nachrichtenagentur Reuters aus mit der Angelegenheit vertrauten Kreisen erfahren, dass die Macquarie Bank möglicherweise an der Spitze eines Konsortiums ein Angebot für Thames Water vorlegen werde.

RWE hatte im November angekündigt, sich sowohl von dem größten britischen Wasserversorger als auch von seiner US-Wassertochter American Water bis Ende 2007 trennen zu wollen. Das US-Wassergeschäft soll an die Börse gebracht werden. RWE will sich wie der Konkurrent Eon  künftig auf das gewinnträchtigere Strom- und Gasgeschäft konzentrieren.

dpa, reuters

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