Konsumklima Kauflaune auf Rekordniveau

Die Stimmung der deutschen Verbraucher hat sich im Mai weiter verbessert und ist so gut wie seit fünf Jahren nicht mehr. Der Grund: Viele Menschen sind jetzt zu größeren Anschaffungen bereit, bevor im kommenden Jahr die höhere Mehrwertsteuer greift.

Nürnberg - Die Bereitschaft zu größeren Anschaffungen sei auf ein Rekordniveau gestiegen, berichtete das Marktforschungsinstituts GfK in seiner am Montag veröffentlichen Konsumklimastudie. Zunehmend mache sich unter den deutschen Verbrauchern Konjunkturoptimismus breit.

Auch rechneten viele vor allem westdeutsche Haushalte in der nächsten Zeit mit einem höheren Einkommen. Der Konsumklimaindex stieg von 5,8 auf 6,8 Punkte.

"Mit dem Ende des langen Winters hat sich die Stimmung der Verbraucher deutlich aufgehellt. Es sieht so aus, als sei das Tief der letzten Jahre derzeit überwunden", betonen die Verfasser der Studie.

Mehr Lohn, mehr Kauflust

Gründe für den steigenden Optimismus seien neben dem offenbar großen Vertrauen der Verbraucher in die Regierung auch die aus Sicht der Arbeitnehmer positiven Tarifabschlüsse in der Metall- und Elektroindustrie. Zudem gebe es bei vielen Verbrauchern eine Tendenz, größere Anschaffungen angesichts der bevorstehenden Mehrwertsteuererhöhung auf dieses Jahr vorzuziehen.

"Angesichts des robusten Starts in das Jahr und des ungebrochenen Optimismus der Verbraucher zur Jahresmitte ist für das Gesamtjahr ein reales Konsumwachstum von 0,5 Prozent zu erwarten", sagte GfK-Ökonom Rolf Bürkl. Damit zeichne sich in Deutschland erstmals seit Jahren beim Konsum eine relativ gute und stabile Entwicklung ab. "Der Konsum wird im laufenden Jahr zu einer stabilen Konjunkturstütze", sagte Bürkl.

Konsum als Konjunkturstütze

Die Konjunkturerwartungen kletterten um knapp neun Punkte auf 30,9 Punkte. Die Anschaffungsneigung erreichte nach einem Sprung von gut 15 Zähler auf 49,8 Punkte einen neuen Rekordwert. Es setze sich offenbar die Sicht durch, dass es nun ratsam sei, größere Anschaffungen zu tätigen.

Weil eine Reihe von Produkten 2007 mit der Mehrwertsteuererhöhung teurer werden dürften, seien viele aus Vernunftgründen der Meinung, dass es ratsam wäre, Käufe vorzuziehen.

"Bei einigen wird dieser Kaufwunsch aber an den finanziellen Möglichkeiten scheitern", gab Bürkl mit Blick auf die gedämpften Einkommenserwartungen zu bedenken. Verglichen mit anderen Aufschwungphasen hinkt die Einkommenserwartung derzeit hinterher.

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