Volkswagen Milliardenkosten für Jobbabbau

Volkswagen hat das Abfindungsangebot an Tausende Mitarbeiter aufgestockt. Einem Magazinbericht zufolge dürfte der geplante Abbau von bis zu 20.000 Jobs den Konzern so mehr als eine Milliarde Euro kosten. Unterdessen wurde bekannt, dass der neue VW-Kleinwagen Fox Verluste einfährt.

Hamburg - Der geplante Stellenabbau bei Volkswagen  dürfte den Konzern laut einem Magazinbericht mehr als eine Milliarde Euro kosten. Die Hälfte davon entfalle auf das Abfindungsprogramm, mit dem Europas größter Autohersteller den Stellenabbau in seinen sechs westdeutschen Werken beschleunigen will, schreibt DER SPIEGEL.

Volkswagen bietet in Schreiben an rund 85.000 Mitarbeiter bis zu 250.000 Euro, wenn sie freiwillig ihren Arbeitsplatz aufgeben. Intern werde damit gerechnet, dass allenfalls 4000 Mitarbeiter auf das Angebot eingehen, heißt es in dem Magazin. Grund dafür sei, dass die VW-Werke in strukturschwachen Gebieten liegen, in denen es wenig Aussichten auf eine andere Stelle gibt.

Die "Hannoversche Allgemeine Zeitung" hatte zuvor berichtet, dass das bisherige Angebot nur von einigen hundert Mitarbeitern angenommen worden sei. Volkswagen habe es deshalb jetzt erheblich nachgebessert und "die bisherigen Konditionen verdoppelt". Der Autohersteller verfolgt wegen hoher Verluste bei seiner Hauptmarke Volkswagen derzeit einen harten Sanierungskurs.

Vorstandsvorsitzender Bernd Pischetsrieder hatte im Frühjahr etwa 20.000 Arbeitsplätze und damit jede fünfte Stelle in den westdeutschen VW-Werken zur Disposition gestellt. Betriebsbedingte Kündigungen sind allerdings durch den geltenden Tarifvertrag bis Ende 2011 ausgeschlossen.

VW will laut Magazin zudem bis zu 16.000 Mitarbeiter über ein Frühpensionierungsprogramm zum Ausscheiden bewegen. Außerdem prüft der Autokonzern, ob er mehrere tausend Mitarbeiter an Zulieferer und andere Unternehmen ausleihen kann. VW würde dann die Differenz zwischen den eigenen Löhnen und den niedrigeren der neuen Arbeitgeber ausgleichen.

Der starke Anstieg der brasilianischen Währung Real zehrt die Marge des Volkswagen Fox beim Verkauf in Europa inzwischen vollständig auf. "Der Fox wird gegenwärtig mit Verlust verkauft", bestätigte ein VW-Manager der Branchenzeitung Automotive News Europe (ANE).

Seit Januar 2005 ist der Real um 35 Prozent im Vergleich zum Euro gestiegen und hat damit brasilianische Produkte stark verteuert. Gleichzeitig verkauft sich der Fox in Westeuropa deutlich schlechter als erwartet, was zu einem Erodieren der Marge geführt hat. Derzeit wird der Fox in zwei Werken in der Nähe von Sao Paulo produziert.

ddp, dow jones

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