Berliner Hauptbahnhof Ein Bahnhof hebt sein Haupt

Was der Berliner Hauptbahnhof nicht alles soll: Einen Bahn-Boom einläuten, Europa verbinden und die Dönerversorgung im Kanzleramt sichern. Mit einer Sause der Superlative und einer kleinen Panne feiert die Bahn die Eröffnung des bedeutungsschwersten Neubaus der Republik.

Berlin - Wahrscheinlich wird das nie wieder jemand hören. Die Rolltreppe am Bahnsteig 7 macht ein leichtes Kratzgeräusch. Nichts Bedrohliches, nur ein regelmäßiges Knarzen. Ansonsten ist es gespenstisch still im neuen Hauptbahnhof, am Nachmittag vor seiner Eröffnung. Das kleinste Geräusch hallt nach, das Summen der Getränkeautomaten, Schritte auf dem grauen Bahnsteig-Einheitspflaster.

Die entvölkerte Szenerie wäre etwas für einen Film, sehr sozialkritisch. Nur ein paar Fotografen wandeln ehrfürchtig durch die Halle, den Blick nach oben gerichtet. Selbst im Keller gibt es noch Tageslicht, fünf Stockwerke unterhalb des gläsernen Dachbogens. Tief durchatmen.

Es ist die Ruhe vor dem Sturm für diesen Bau, dessen Aufgabe es ist, nie wieder zur Ruhe zu kommen. Der Hauptbahnhof in Berlin, wo ab Sonntag täglich 478 Züge und 616 S-Bahnen halten. 300.000 Reisende und Shoppende sollen durch den Glas- und Stahlbau strömen wie die Bauherren optmistisch vorrechnen. Wie laut das wird, lässt sich nur erahnen. Alle paar Minuten poltert eine S-Bahn durchs Obergeschoss. Heute, am Bahnfeiertag, darf sie nicht anhalten.

center plain Mercedes GL: Über fünf Meter Länge laden zur Geländetour ein center plain Riese: Auf der Automesse in Detroit präsentierte DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche einen Mercedes GL 320 Bluetec center plain Geräumig: Der Mercedes GL bietet Platz für sieben Sitze

Mercedes GL: Europas Gelände ruft
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Lichte Höhe: Blick vom Eingang auf die oberen zwei Etagen

Lichte Höhe: Blick vom Eingang auf die oberen zwei Etagen

Foto: manager-magazin.de
Nette Nachbarschaft: Durch die Fassade sieht man das Kanzleramt

Nette Nachbarschaft: Durch die Fassade sieht man das Kanzleramt

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Ferne Massen: Am Fuß der Treppe die Publikumsreihen und die abgeschirmte Bühne, draußen die künftige Kundschaft

Ferne Massen: Am Fuß der Treppe die Publikumsreihen und die abgeschirmte Bühne, draußen die künftige Kundschaft

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Roter Teppich:: Der Weg der Honoratioren, sicher und sprengstofffrei

Roter Teppich:: Der Weg der Honoratioren, sicher und sprengstofffrei

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Erhellender Stil: Das neu designte Reisezentrum

Erhellender Stil: Das neu designte Reisezentrum

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Bunte Mischung: Noch warten die Autovermieter auf den Besucheransturm

Bunte Mischung: Noch warten die Autovermieter auf den Besucheransturm

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Erhebende Konstruktion: Rolltreppen-Geflecht wie einst im Centre Pompidou, plus Schienen

Erhebende Konstruktion: Rolltreppen-Geflecht wie einst im Centre Pompidou, plus Schienen

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Beeindruckender Vorbau: Das Vordach an der Stadtseite

Beeindruckender Vorbau: Das Vordach an der Stadtseite

Foto: mm.de / M. Kaufmann
Eingehender Aufstieg: Die Passagiere werden gleich am Eingang auf die Stockwerke verteilt

Eingehender Aufstieg: Die Passagiere werden gleich am Eingang auf die Stockwerke verteilt

Foto: mm.de / M. Kaufmann

Der Hauptbahnhof wird ein Knotenpunkt zwischen Ost und West, Nord und Süd. So die Bahn-Lyrik, die will, dass man das Gebäude als Symbol versteht. Ein großes Kreuz, wo sich die Verkehrsachsen treffen, mit Gleissträngen im Keller und im obersten Stock. Eine riesige Halle, in ihrer Glaskonstruktion offen und luftig. Geht es nach dem Bahnmanagement, steht das Bauwerk auch für den Konzern, der auf dem Weg in eine neue Ära ist.

Kein Rotlicht, keine Gebrauchthandys

Die Redner des heutigen Tages werden immer wieder das Jahr 1994 zitieren, als die Bahn-Reform beschlossen wurde. Privatrechtlich organisiert ist der Konzern schon, doch weiter in Staatsbesitz. Der Börsengang wurde vor gut eineinhalb Jahren bereits einmal verschoben. Noch in diesem Jahr will die Regierung entscheiden, ob das Unternehmen in Teilen verkauft oder doch noch am Parkett gehandelt wird, und ob das Schienennetz weiter zur Bahn gehören wird oder in den Händen der Politik bleibt. Der Hauptbahnhof stehe für den Wandel des Staatsbetriebs, weil er so anders ist als frühere Bahnhöfe. Urban, weltläufig, modern. In der Nachbarschaft stehen Reichstag und Bundeskanzleramt, nicht Handyshops und Stundenhotels.

Kurzinterviews vor leeren Reihen

Die Redner, sie sind schon unterwegs, Bundeskanzlerin Angela Merkel, EU-Kommissionsvize Günter Verheugen, Berlins Bürgermeister Klaus Wowereit und Bahn-Chef Hartmut Mehdorn. Sie kommen mit einem ICE aus Leipzig gefahren, eine neue Hochgeschwindigkeitsstrecke einweihen. Derweil steigt die Spannung im Hauptbahnhof. Die Schlangen am Akkreditierungsschalter werden länger, zum Festakt dürfen nur geladene Gäste. Die Polizei geht den Weg, den die Kanzlerin nehmen wird, mit Schäferhunden ab. In der Halle werden kleine Tische mit Sektkelchen postiert.

Die Ergebnisse der letzten Landtagswahlen im Überblick (gültige Stimmen in Prozent) *

    Wahl-betei-ligung CDU CSU** SPD FDP GRÜ PDS Sonst. Regierung nach der Wahl
Nordrhein-
Westfalen
14.05.00 56,7 37,0 42,8 9,8 7,1 - 3,3 SPD/GRÜ
Schleswig-
Holstein
27.02.00 69,5 35,2 43,1 7,6 6,2 - 7,9 SPD/GRÜ
Berlin 10.10.99 65,5 40,8 22,4 2,2 9,9 17,7 7 CDU/SPD
Sachsen 19.09.99 61,1 56,9 10,7 1,1 2,6 22,2 6,5 CDU
Thüringen 12.09.99 59,9 51,0 18,5 1,1 1,9 21,3 6,1 CDU
Brandenburg 05.09.99 54,3 26,5 39,3 1,9 1,9 23,3 7 SPD-Koalition
Saarland 05.09.99 68,7 45,5 44,4 2,6 3,2 - 4,3 CDU
Bremen 06.06.99 60,1 37,1 42,6 2,5 8,9 2,9 6,0 SPD/CDU
Hessen 07.02.99 66,4 43,4 39,4 5,1 7,2 - 4,9 CDU/FDP
Mecklenburg-
Vorpommern
27.09.98 79,4 30,2 34,3 1,6 2,7 24,4 6,8 SPD/PDS
Bayern 13.09.98 69,8 52,9 28,7 1,7 5,7 - 11,0 CSU
Sachsen-
Anhalt
26.04.98 71,5 22,0 35,9 4,2 3,2 19,6 15,0 SPD (PDS-toleriert)
Niedersachsen 01.03.98 73,8 35,9 47,9 4,86 7,0 - 4,3 SPD
Hamburg 21.09.97 68,7 30,7 36,2 3,5 13,9 0,7 15,0 SPD/GRÜ
Baden-
Württemberg
24.03.96 67,6 41,3 25,1 9,6 12,1 - 11,9 CDU/FDP
Rheinland-
Pfalz
24.03.96 70,8 38,7 39,8 8,9 6,9 - 5,7 SPD/FDP
*) Nur eine Stimme in Baden-Württemberg, Bremen, Hamburg, NRW, Saarland, Schleswig-Holstein; in Bayern: Gesamtstimmen = Addition von Erst- und Zweitstimmen; übrige Länder: Zweitstimmen **) CSU nur in Bayern
Probe für die Premiere: Scheinwerfer und Laserlichteffekte tauchen den neuen Berliner Hauptbahnhof in ein Feuerwerk der Farben

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Foto: DDP
Probeleuchten: Mit einer spektakulären Licht-Show wird der Verkehrsknotenpunkt eröffnet

Probeleuchten: Mit einer spektakulären Licht-Show wird der Verkehrsknotenpunkt eröffnet

Foto: DDP
Lichtblitz: Der neue Bahnhof soll zur Eröffnung erstrahlen

Lichtblitz: Der neue Bahnhof soll zur Eröffnung erstrahlen

Foto: DDP
Hell und dunkel: Der größte europäische Kreuzbahnhof wurde nach einer Bauzeit von elf Jahren fertig gestellt

Hell und dunkel: Der größte europäische Kreuzbahnhof wurde nach einer Bauzeit von elf Jahren fertig gestellt

Foto: DDP
Wie ein Ufo in der Nacht: An dem Festakt nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit teil

Wie ein Ufo in der Nacht: An dem Festakt nahmen auch Bundeskanzlerin Angela Merkel und Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit teil

Foto: DDP
Farbgewitter: Bis 3.00 Uhr am Samstagmorgen konnte sich die Öffentlichkeit bei einer "Langen Nacht" erstmals ein Bild von dem neuen Gebäude machen

Farbgewitter: Bis 3.00 Uhr am Samstagmorgen konnte sich die Öffentlichkeit bei einer "Langen Nacht" erstmals ein Bild von dem neuen Gebäude machen

Foto: DDP
Anziehungspunkt Bahnhof: Im Anschluss an die Eröffnung wurde das Gebäude auch geweiht

Anziehungspunkt Bahnhof: Im Anschluss an die Eröffnung wurde das Gebäude auch geweiht

Foto: DDP
Laserlicht: Auch an den Berliner Bahnhöfen Gesundbrunnen, Potsdamer Platz und Südkreuz sind Veranstaltungen geplant

Laserlicht: Auch an den Berliner Bahnhöfen Gesundbrunnen, Potsdamer Platz und Südkreuz sind Veranstaltungen geplant

Foto: DDP
Rotlicht: Der 450 Meter lange Ost-West-Bahnsteig des Bahnhofs wird von einer 321 Meter langen Glashalle überdacht

Rotlicht: Der 450 Meter lange Ost-West-Bahnsteig des Bahnhofs wird von einer 321 Meter langen Glashalle überdacht

Foto: DDP

Draußen, vor dem gläsernen Portal sammelt sich die Bahn-Kundschaft bei Bratwurst und Bier. Eine Absperrung hält sie auf Distanz vom Gebäude. Doch die Besucher schauen drein, als könnten sie die Bühne sehen, die am Fuß zweier Rolltreppen aufgebaut ist. Dort stehen Cherno Jobatey und Monika Jones.

Sie führen Kurzinterviews vor leeren Stuhlreihen, fürs Bahn-TV. In der Reihe der Gesprächspartner stehen Konzernvorstände, der Bauleiter Hany Azer und auch Maynhard von Gerkan. Bis zum Schluss hatte der offen gelassen, ob er zur Einweihung kommt, weil er sich mit Mehdorn über Änderungen an seinem Entwurf zerstritten hat. Kürzlich reichte der Architekt Klage ein.

Die Gespräche sind kurz und flockig. Marketingchef Hermann-Josef Lamberti spricht immer von der "Firma Bahn" und Jones findet, dass bereits das ein Zeichen dafür sei, dass das Unternehmen "im 21. Jahrhundert angekommen" sei.

Noch immer wirkt die große Halle verlassen. Bei "McClean", die in allen großen Bahnhöfen gut gereinigte Toiletten gegen gutes Geld betreiben, sind alle Kassenabsperrungen offen, "aber nur ausnahmsweise!" Der Klomann, der bei McClean bestimmt nicht so genannt wird, lacht. Ein unbeflecktes Örtchen, auch hier Stille. Für einen kurzen Moment fällt das Licht aus. Der Klomann kann sich das auch nicht erklären.

Die Kanzlerin hungert nach Döner

Inzwischen parliert Jobatey mit von Gerkan. Wie sich der Architekt fühle, wo doch jetzt aus seinen Zeichnungen ein Gebäude geworden sei, will Jobatey wissen. Gerkan erwähnt den Streit mit keinem Wort.

Wie sich wohl ein Moderator fühlt, wenn er nicht weiß, was er sagen soll? In diese Situation kommt Jobatey häufiger an diesem Tag. Offenbar hat er den Auftrag, keine Sprechpausen zuzulassen. Wenn es doch mal etwas länger dauert, zählt er die Superlative des Bahnhofs auf, einfach mal so. Mindestens dreimal freut er sich über 500.000 Kubikmeter Beton und bestaunt 85.000 Tonnen Stahl. Die Gäste lassen sich beim Smalltalk nicht stören: Frühere Bürgermeister wie Walter Momper, frühere Verkehrsminister wie Manfred Stolpe und frühere Bahn-Chefs wie Johannes Ludewig.

Ja zum Standort Berlin?

Erst als der Premierenzug tatsächlich im Keller einfährt und die ersten Bilder von Merkel und Mehdorn über die Großleinwand laufen, kann Jobatey die Gäste überreden, sich "bitte, bitte, bitte" hinzusetzen. Die verbleibenden Minuten nutzt er zur Klatschprobe: "Mit Begeisterung, wenn ich bitten darf! In Berlin ist immer Stimmung. Herr Stolpe, kann ich mich auf Sie verlassen?" Stolpe ist Brandenburger, wie dem Moderator noch einfällt.

Da brandet begeisterter Applaus auf: Die Kanzlerin kommt. Der Redereigen beginnt. Mehdorn beschwört erneut die Superlative (so viel Beton wie auf einem Güterzug mit 300 Kilometern Länge) und die Symbolkraft dieses Tores zwischen Ost und West. Bei den Danksagungen lässt er niemanden aus, außer Gerkan. Und ja, er könne sich vorstellen, dass die Konzernzentrale in die großzügigen Büroflächen der Bügelbauten verlegt wird.

Unerwähnt lässt er, wie schwierig es ist, für die Räume überhaupt Mieter zu finden, und dass ein rentabler Betrieb des Bahnhofs heute nur schwer vorstellbar ist. Bürgermeister Wowereit, noch vor einem halben Jahr mit Mehdorn über dessen Abwanderungspläne nach Hamburg überkreuz, zerrt die Randbemerkung ins Rampenlicht: "Sie wollen mit dem Konzern hier einziehen. Da sage ich: Richtig! Wir freuen uns drauf!"

Panne im entscheidenden Moment

Das schönste Einweihungsgeschenk bekommt Mehdorn von Günter Verheugen. Der Vizepräsident der EU-Kommission spricht die Debatte an, ob die Bahn mit oder ohne Schienennetz verkauft werden soll: "Die Kommission wird sich in diesem Punkt neutral verhalten." Und dann geht er hinter dem gläsernen Pult leicht auf die Zehenspitzen: Auch die Privatisierung mit integriertem Schienennetz "entspricht dem EU-Recht eindeutig", mit Einspruch aus Brüssel sei nicht zu rechnen. Als Verheugen endet, springt Mehdorn strahlend auf und zieht dessen Hand zum Dank an sich.

Angela Merkel hält sich in dieser Frage alles offen. Sie spricht noch einmal von einem Bahnhof der Superlative, noch einmal von der Symbolkraft des Gebäudes, das für den Wandel nicht nur der Bahn, sondern auch der Gesellschaft im Allgemeinen stehe. Und besonders für den Wandel im ehemaligen Grenzgebiet, wo die Abfahrtshalle nun steht. Dazu flicht Merkel eigene Erfahrungen aus dem geteilten Berlin ein und hofft, dass die Bürger der Stadt verstehen, was hier Großartiges stattgefunden habe. Sie selbst freue sich auf die 80 Geschäfte, die im Bahnhof mit verlängerten Öffnungszeiten locken, offenbar auch im nahe gelegenen Kanzleramt.

Die schicke Austernbar, über die schon so viel zu lesen war, nennt Merkel dabei nicht. Sie komme gerne mal "auf einen Döner oder zu McDonald's" und fügt hastig hinzu, dass ja auch eine deutsche Bulettenbude in Frage komme.

Schließlich werden alle Redner auf die Bühne gerufen, um mit einem symbolischen Druck auf einen Auslöseknopf den Bahnhof offiziell in Betrieb zu nehmen. Die Honoratioren gruppieren sich im Kreis um die kleine Stele mit dem großen roten Talkshow-Buzzer, begleitet von den Anweisungen Jobateys, sie türmen ihre Hände aufeinander und - plötzlich ist alles still. Lichter erlöschen, die Großbildleinwand ist schwarz, der Moderator verstummt. Gut gelaunt drücken Merkel & Co. den Knopf nieder, vom Publikum irritiert verfolgt.

Lärm für die Generation iPod

Ein Stromausfall hat den entscheidenden Moment vermasselt. Später werden die Beteiligten nochmals auf die Bühne gebeten, um für die Kameraleute den Knopfdruck bei voller Beleuchtung zu wiederholen.

Noch immer wartet die Berliner Bevölkerung in sicherer Entfernung. Erst um elf Uhr nachts wird der Bahnhof für die Öffentlichkeit geöffnet, nach der monumentalen Lichtshow, die der Hamburger Künstler Jerry Appelts mit vielen Strahlern, Lasern, und Feuerwerk inszeniert hat. Nicht eben subtil feiert er den Geschwindigkeitsrausch der Bahn und symbolisiert aufs Neue den Brückenschlag, den man sich von diesem Bahnhof erhofft. Dazu hat er unter anderem Pophits aus dem Westen und Osten Deutschlands zusammengeschnippelt, die so über die Mitte Berlins donnern, dass sie auch die iPod-Generation noch als laut empfindet.

Als sich die Pforten des Bahnhofs öffnen, strömen tausende von Besuchern durch die große Halle, eine geschätzte halbe Million hatte sich das Lichtspektakel angesehen. Die Berliner scheinen sehr wohl zu schätzen, was sich verändert hat im Herzen ihrer Stadt. Selbst als die Feierlichkeiten von der Tat eines jugendlichen Amokläufers überschattet werden, der 28 Passanten mit einem Messer verletzt, hält das Interesse an.

Der neue Hauptbahnhof, ein Symbol? Vielleicht steht seine lichtdurchflutete Front nicht so sehr für die Offenheit des Gebäudes oder Deutschlands, das seine Hauptstadttouristen künftig direkt ins Regierungsviertel leitet. Sondern auch für die offene Zukunft des früheren Staatskonzerns Bahn.

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