Freitag, 6. Dezember 2019

Deutsche Bank Sparbücher für russische Bären

Die Deutsche Bank will offenbar massiv in Russland expandieren. Laut Zeitungsbericht sollen von diesem Jahr an zunächst 20 eigene Filialen eröffnet werden. Mit dieser Strategie unterscheidet sich das Finanzinstitut von den europäischen Wettbewerbern, die auf Übernahmen russischer Banken setzen.

Düsseldorf - Die Deutsche Bank will ihre eigenen Filialen in Russland massiv ausbauen und steht damit vor einem Strategiewechsel in dem Land. Von diesem Jahr an sollten zunächst 20 eigene Filialen eröffnet werden, schreibt das "Handelsblatt" unter Berufung auf unternehmensnahe Kreise.

20 neue Filialen: Deutsche Bank expandiert in Russland
[M] DPA ; manager-magazin.de
20 neue Filialen: Deutsche Bank expandiert in Russland
Damit setze sich das Finanzinstitut von seinen europäischen Konkurrenten ab, die auf Käufe russischer Banken spekulieren. Ein Sprecher der Bank wollte auf Nachfrage des "Handelsblatts" den Strategiewechsel nicht kommentieren.

Die Deutsche Bank hatte zuletzt in Russland die Investmentbank UFG gekauft. Zudem gibt es ein Kooperationsabkommen mit der russischen Entwicklungsbank Russian Bank for Development. Einige weitere Übernahmen, wie etwa die der Moskauer KMB-Bank, waren aber gescheitert.

Laut "Handelsblatt" hatte die führende deutsche Bank zuletzt mit der russischen Probusinessbank sowie mit der größten Konsumentenkreditbank, Russkij Standard, über eine Beteiligung gesprochen.

Alle verkaufswilligen russischen Banken seien aber viel zu teuer, "und auch beim Blick in deren Kreditbücher verfällt man nicht in Jubelgeschrei", zitiert die Zeitung einen mit dem Verfahren vertrauten Banker.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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