Sonntag, 19. Mai 2019

Kursrutsch Nervenprobe für Investoren

Der Dax ist eingebrochen - obwohl die meisten Dax-Unternehmen exzellent verdienen. Aktienstrategen halten die Zins- und Dollarsorgen für übertrieben und verweisen auf günstige Bewertungen: Fondsmanager haben dagegen seit Jahresanfang noch gute Gewinne zu verteidigen. Wer jetzt einsteigt, braucht gute Nerven.

Anspannung: Der Dax schwankt so stark wie seit einem Jahr nicht mehr
Entspannung sieht anders aus. 500 Punkte hat der Dax Börsen-Chart zeigen binnen sechs Handelstagen verloren, ein Minus von rund acht Prozent. Dass nach dem starken Kursanstieg auch mal Rücksetzer kommen würden, war ausgemacht: Doch so stark und so rasch? Ist dies nur eine kurzzeitige Korrektur oder erleben die Märkte eine Trendwende, so dass Investoren schleunigst ihre verbliebenen Gewinne sichern sollten?

Zumindest Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann gab sich am Donnerstag demonstrativ entspannt. Er sprach von einem "gesunden Bruch" des Trends, der ihn "überhaupt nicht nervös" mache. Bei einem Monatsgehalt von knapp einer Million Euro hat der Deutsche-Bank-Chef auch persönlich keinen Grund, nervös zu werden. Überdies hat Klaus Kaldemorgen, Geschäftsführer der Deutsche-Bank-Fondstochter DWS, erst vor wenigen Tagen dem Dax ein Aufwärtspotenzial bis zu 7000 Punkte zugetraut.

In ihrem Optimismus waren sich die meisten Fondsmanager und Analysten der Bankhäuser noch Anfang Mai einig: Bleibt es bei diesen Prognosen, böte ein Dax-Niveau von aktuell 5660 Zählern hervorragende Einstiegschancen.

Andererseits: Es sind noch einige Gewinne zu sichern. Anfang 2006 notierte der Dax noch bei 5400 Zählern, Anfang Dezember waren es 5200 Punkte. Wer vor sechs Monaten eingestiegen ist, liegt auch nach dem aktuellen Kursrutsch noch rund zehn Prozent im Plus: Die Verlockung ist groß, Geld vom Tisch zu nehmen, bevor die verbliebenen Gewinne dahinschmelzen.

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