Deutsche Bank Breuer ging nicht freiwillig

Rolf-E. Breuer hat offensichtlich nicht freiwillig auf den Posten des Oberaufsehers bei der Deutschen Bank verzichtet. Mitglieder des Aufsichtsrats haben ihren Vorsitzenden Breuer nach Informationen von manager magazin massiv zum Rücktritt gedrängt.
Von Arno Balzer und Dietmar Student

Hamburg - Auslöser war eine juristische Expertise, die der Aufsichtsrat zu möglichen Auswirkungen und Haftungsrisiken des Falles Kirch in Auftrag gegeben hatte. Die Aufseher hätten notfalls als Organ, aber auch einzeln gegen Breuer vorgehen müssen. Da schien es den Räten besser, den Kollegen zum Rücktritt zu bewegen, berichtet das manager magazin in seiner neuen Ausgabe, die am Freitag (28. April) erscheint.

Die Anwälte des insolvent gewordenen Medienmoguls Leo Kirch hatten nach dem für die Deutsche Bank  vernichtenden BGH-Urteil im Schadensersatzstreit wissen lassen, dass sie womöglich nicht nur Breuer, sondern auch die übrigen Kontrolleure in Regress nehmen würden.

Kirch hatte das Geldinstitut verklagt, weil Breuer in einem Interview eine nach Kirchs Auffassung kreditschädigende Äußerung über den Medienkonzern gemacht hatte.

Bei der Aufsichtsratssitzung am 3. Mai soll Clemens Börsig, derzeit Finanzvorstand der Bank, zum Nachfolger Breuers gewählt werden.

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