BASF Engelhards Abwehrkampf

BASF hat seine Offerte für den Spezialchemiekonzern Engelhard um einen Dollar auf 38 Dollar je Aktie erhöht. Das US-Unternehmen lehnt allerdings auch das Angebot ab und will die Aktionäre nun mit einem umfangreichen Aktienrückkaufprogramm auf seine Seite ziehen.

Ludwigshafen - Bei der angestrebten Übernahme von Engelhard  durch den weltgrößten Chemiekonzern BASF  setzt sich der US-Katalysatorenhersteller zu Wehr. Am Mittwoch kündigte Engelhard an, 26 Millionen eigene Aktien zu einem Preis von jeweils 45 Dollar zurückkaufen zu wollen. Das entspreche rund 20 Prozent der im Umlauf befindlichen Aktien.

Zudem habe der Vorstand von Engelhard das Übernahmeangebot von BASF über 38 Dollar je Aktie "einstimmig" abgelehnt. Die Offerte, die BASF gegenüber ihrem ursprünglichen Gebot von 37 Dollar pro Engelhard-Titel bereits um einen Dollar aufgestockt hatte, sei unzureichend und nicht im besten Interesse der Engelhard-Aktionäre, da sie der derzeitigen Leistung des Unternehmens und den Zukunftsperspektiven nicht ausreichend Rechnung trage.

Zu diesem Ergebnis sei das Unternehmen im Zuge seines im Januar gestarteten "Wertmaximierungsprozesses" gekommen. "Nach Abschluss des Prozesses hat der Vorstand beschlossen, dass die Rekapitalisierung die beste Wertschöpfungsoption darstellt und im besten Interesse der Engelhard-Aktionäre ist", sagte der Vorstandsvorsitzende Barry Perry.

Marktbeobachter werten die "Rekapitalisierung" von Engelhard als "sehr aggressiv". Damit schlage das Unternehmen die ausgestreckte Hand von BASF aus. "Eigentlich ist das ein ziemlicher Affront", sagte ein Händler. Engelhard versuche damit, BASF eine Erhöhung des Gebots auf mindestens 45 Dollar pro Aktie aufzuzwingen.

BASF hat das Angebot für die Engelhard-Aktionäre bereits dreimal erhöht. Es läuft nun am Freitag aus. BASF bietet rund 4,9 Milliarden Dollar für das US-Unternehmen. Allerdings hat der Chemiekonzern mehrfach erklärt, dass er Engelhard nicht um jeden Preis erwerben wolle.

BASF-Sprecher sagten auf Nachfrage von manager-magazin.de, dass der Konzern nun die Antwort von Engelhard prüfen werde. Zum jetzigen Zeitpunkt begrüße BASF aber, offenbar der einzige Bieter für das amerikanische Unternehmen zu sein.

manager-magazin.de mit Material von ddp und reuters

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