Samstag, 20. Juli 2019

BASF Engelhard setzt Frist für Kaufinteressenten

Ob dem weltgrößten Chemiekonzern BASF die teuerste Übernahme in der Firmenhistorie gelingt, soll nun schnell entschieden werden. Der US-Konzern Engelhard fordert, dass noch heute verbindliche Angebote von BASF und Konkurrenten abgegeben werden. Eine Entscheidung könne dann in dieser Woche fallen, hieß es.

Frankfurt am Main - Der US-Spezialchemiekonzern Engelhard Börsen-Chart zeigen hat Presseberichten zufolge Übernahme-Interessenten eine Frist für die Vorlage endgültiger Angebote gesetzt. Das Management habe den Bieter BASF Börsen-Chart zeigen und mögliche weitere Interessenten aufgefordert, bis Mittwochnachmittag (17 Uhr Ortszeit New York) ein verbindliches Angebot vorzulegen, schreiben "Börsen-Zeitung" und "Handelsblatt" (Mittwochausgaben) unter Berufung auf Finanzkreise.

Ringen um einen höheren Kaufpreis: Engelhard-Werk in Nienburg an der Weser
Laut "Handelsblatt" wird Engelhard an diesem Donnerstag oder Freitag über die Offerten beraten. Der Konzern gab der Zeitung keine Stellungnahme zu diesen Spekulationen. Man werde keine Angaben machen, bevor man eine grundsätzliche Einigung mit einem Bieter erzielt habe, sagte Engelhard-Sprecher Mark Dresner. Konzernchef Barry W. Perry hatte in den vergangenen Tagen einen Preis von mehr als 40 Dollar je Aktie gefordert. Es gebe neben BASF mindestens zwei weitere ernsthafte Interessenten, denen bereits Einblick in die Bücher des Katalysatoren- und Farbenherstellers gewährt worden sei.

Börsenkurs liegt deutlich über Kaufgebot

Der Chemiekonzern BASF hatte am Montag aber sein feindliches Übernahmeangebot für Engelhard von 37 Dollar je Aktie nicht erhöht sondern zum wiederholten Mal verlängert. Damit hat die Offerte einen Gegenwert von rund 4,9 Milliarden Dollar. Das Angebot bleibt bis zum 28. April bestehen. Der US-Konzern lehnt es weiterhin als zu niedrig ab und empfahl seinen Aktionären erneut, das Angebot auszuschlagen.

Bisher wurde das Angebot angeblich nur von wenigen Aktionären angenommen - kaum mehr als ein Prozent der Aktien würde nach derzeitigem Stand den Besitzer wechseln, meldet Engelhard auf seiner Website. Mitte März hatte BASF gemeldet, dass insgesamt rund 650.000 Engelhard-Aktien zum Erwerb angeboten worden seien. Ob BASF das Angebot erhöhen will, ist bisher offiziell noch nicht entschieden.

"Wir wollen Engelhard zu einem Preis erwerben, der uns profitables Wachstum ermöglicht. Sollte das nicht möglich sein, werden wir es nicht tun", hatte BASF-Chef Jürgen Hambrecht betont. Engelhard-Aktionäre würden bei Annahme des Angebots allerdings unter dem aktuellen Börsenkurs der Aktie verkaufen - der liegt etwa 2,50 Dollar über dem Gebot von 37 Dollar.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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