Mittwoch, 22. Mai 2019

Unternehmensteuern Deutschland spitze - in der Steuerbelastung

Deutschland leidet innerhalb der EU unter einem steuerlichen Standortnachteil. Laut einer Studie sind die Unternehmensteuern hier und in Spanien am höchsten. In Österreich oder Skandinavien sind die Belastungen für Unternehmen dagegen deutlich geringer.

Mannheim - Unternehmen in Deutschland müssen einer Studie zufolge innerhalb der Europäischen Union zusammen mit spanischen Firmen die höchsten Steuern zahlen.

Deutscher Fiskus langt zu: In der EU werden Unternehmen nur in Spanien ähnlich stark besteuert
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In der EU werden Unternehmen nur in Spanien ähnlich stark besteuert
Wie das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) am Dienstag berichtete, belastete Deutschland im Jahr 2005 demnach Unternehmensgewinne von Kapitalgesellschaften effektiv mit 36 Prozent. Nur in Spanien betrage die Belastung mit 36,1 Prozent noch etwas mehr. Der Durchschnittswert der anderen EU-Staaten betrage 23,7 Prozent.

Selbst wenn man die Niedrigsteuerstandorte der neuen Mitgliedstaaten unberücksichtigt lasse, werde der Handlungsbedarf deutlich: Standorte wie Österreich oder Skandinavien unterbieten Deutschland den Angaben zufolge bei der Belastung von Unternehmen inzwischen um mehr als zehn Prozentpunkte.

"Dadurch werden starke steuerliche Anreize zur Verlagerung von Unternehmen oder Gewinnen gesetzt", erklärten die ZEW-Experten. Verlierer sei der Standort und vor allem der deutsche Fiskus: Bei derartigen Belastungsunterschieden würden multinationale Unternehmen alle legalen Möglichkeiten nutzen, Gewinne jenseits der deutschen Grenzen zu versteuern.

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Die niedrigste effektive Steuerbelastung wurde in Zypern mit 9,7 Prozent ermittelt. Auch Irland mit 14,7 Prozent sowie die beiden baltischen Staaten Lettland mit 14,4 Prozent und Litauen mit 12,8 Prozent haben für Investoren verlockend niedrige Durchschnittsteuerwerte. Friedrich Heinemann, Leiter des ZEW-Forschungsbereichs Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft, sagte: "Der Befund zeigt, dass Deutschland bei der beabsichtigten Reform der Unternehmensbesteuerung keine Zeit zu verlieren hat."

manager-magazin mit Material von ap

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