Adidas Hoffen auf Reebok

Für die Übernahme der US-Marke Reebok musste Adidas-Chef Herbert Hainer herbe Kritik einstecken. Tatsächlich erwartet der Konzern nun schrumpfende Umsätze bei der US-Tochter. Trotzdem sei das Sparpotenzial für den Konzern höher als zunächst erwartet, erklärte Hainer heute. Sein Gewinnziel 2006: Eine halbe Milliarde Euro.

London - Der nach Nike  weltweit zweitgrößte Sportartikelhersteller Adidas  will durch die Übernahme des US-Konkurrenten Reebok mehr Kosten einsparen als zunächst erwartet. Die Adidas-Aktie legte nach der Ankündigung am Dienstag um bis zu drei Prozent zu.

Ab 2009 würden sich die Einsparungen jährlich auf 175 Millionen Euro belaufen, teilte der Konzern am Dienstag in London bei einer Investorenveranstaltung mit. Zuvor hatte Adidas mit Einsparungen von 125 Millionen Euro gerechnet. Durch die Reebok-Übernahme soll ab 2009 zusätzlicher Umsatz von 500 Millionen Euro generiert werden.

Seine mittelfristige Planung hob Adidas an. Für die nächsten drei Jahre rechne die Gruppe nun mit einem Umsatzplus im hohen einstelligen Prozentbereich. Zuvor war Adidas von einem Umsatzplus im mittleren bis hohen einstelligen Bereich eingegangen. Der Nettogewinn solle 2006, 2007 und 2008 zweistellig wachsen. 2007 sollten es mindestens 20 Prozent sein.

Jahresumsatz von zehn Milliarden Euro

"Dieses Jahr wird auf vielen Ebenen ein aufregendes Jahr, besonders da die Gruppe zum erstenmal einen Nettogewinn von annähernd 500 Millionen Euro erzielen wird", sagte Adidas-Finanzvorstand Robin Stalker auf der Konferenz. Buchhalterische Belastungen von rund 80 Millionen Euro im Zuge der Reebok-Konsolidierung seien darin bereits enthalten. 2005 hatte Adidas unter dem Strich 383 Millionen Euro verdient.

"Wir machen enorme Fortschritte bei der laufenden Integration von Reebok", sagte Adidas-Chef Herbert Hainer. Er sei zuversichtlich, die angestrebten Ziele der Gruppe zu erreichen. Adidas hatte die 3,1 Milliarden Euro teure Übernahme von Reebok im Januar vollzogen. Reebok soll innerhalb des Konzerns als Marke erhalten bleiben. Die neue Adidas-Gruppe kommt auf einen Jahresumsatz von knapp zehn Milliarden Euro und rückt damit näher an den Erzrivalen Nike heran.

2005 setzte Reebok alleine 3,77 Milliarden Dollar um. Auf Grund der Unsicherheit über die Zukunft der Marke hatten sich Einzelhändler nach Bekanntgabe der Übernahme mit Bestellungen zurückgehalten. Adidas rechnet daher mit einem Umsatzrückgang bei Reebok in diesem Jahr.

11-Jahresvertrag mit US-Basketballliga

11-Jahresvertrag mit US-Basketballliga

Adidas wird alleiniger Sportausrüster der US-Basketballliga. Von der Saison 2006/2007 an werde Adidas elf Jahre lang die Spieler der National Basketball Association (NBA), der Frauen-Basketballliga Women's National Basketball Association (WNBA) und der NBA Development League (D-League) mit Bekleidung und Trikots ausstatten, teilte das Herzogenauracher Unternehmen auf einer Investorenveranstaltung am Dienstag mit. Seit 2001 war Reebok Exklusivausrüster der Teams. Im Januar 2006 wurde der US-Sportartikelhersteller jedoch von Adidas übernommen.

Die neue Partnerschaft zwischen Adidas und der NBA beinhalte die Verkaufsrechte für Bekleidung sowie Schuhe in den USA, Kanada, Europa und Asien. Die Marke Reebok werde weiterhin ein Marketingpartner der NBA bleiben und auch künftig unter dem NBA-Logo Schuhe herstellen, hieß es weiter.

"Als Gruppe haben wir uns im Rahmen der Integration von Reebok zu diesem strategischen Schritt entschlossen. Wir sind überzeugt, dass dies einen entscheidenden Beitrag zur sofortigen Steigerung der Präsenz von Adidas als Sport Performance Marke in den USA leisten wird", sagte der Adidas-Vorstandsvorsitzende Herbert Hainer.

manager-magazin.de mit Material von ap, dpa

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