Modellpolitik Zetsches Selbstkritik

DaimlerChrysler-Chef Dieter Zetsche hat in einem Interview die bisherige Modellpolitik von Mercedes in Frage gestellt und Korrekturen angekündigt. Zugleich lobte er die Zuverlässigkeit der Fahrzeuge des japanischen Wettbewerbers Toyota.

Frankfurt am Main - Dieter Zetsche übt Kritik am Zustand der Marke Mercedes. "Unsere letzjährige finanzielle Performance war sicherlich inakzeptabel, ganz egal mit wem ich sie vergleiche", sagte der Chef des Automobilkonzerns DaimlerChrysler  der Zeitschrift "Focus" nach den Verlusten im Jahr 2005 in Anspielung auf den hochprofitablen Konkurrenten BMW .

Die bisherige Modellpolitik von Mercedes stellte Zetsche in Frage und kündigte Korrekturen an: "Wir werden sicher nicht jede Marktnische mit einem neuen Produkt füllen. Und es ist richtig: wir haben sogar ein, zwei Modelle gestoppt."

Der Konzernchef räumte Defizite in der Kundenbetreuung ein und kündigte einen verbesserten Service an: "In unseren weltweiten Verkaufs- und Servicepunkten erlebt uns der Kunde nicht so, wie er das erwarten darf. Er hat aber auch dort - und das zu Recht - einen Premiumanspruch. Und wir werden die von unseren Kunden erwartete Führerschaft auch wieder flächendeckend erlebbar machen."

Lobend äußerte er sich über den japanischen Wettbewerber Toyota : "In den USA hat es Toyota geschafft, statt wie früher unzuverlässige Nuckelpinnen, jetzt Autos zu bauen, von denen der Kunde sagt: wenn ich die kaufe, brauche ich mir keine Sorgen zu machen." Zugleich beklagte Zetsche die Rabattpolitik des Konkurrenten: "Tatsächlich war Toyota, und nicht ein amerikanischer Hersteller, in den letzten Jahren der preisaggressivste Anbieter in den USA."

Darüber hinaus gab Zetsche bekannt, dass Hauptsponsor DaimlerChrysler langfristig Partner der Fußball-Nationalmannschaft bleiben will: "Ich hatte erst kürzlich ein Gespräch mit dem DFB-Präsidenten Theo Zwanziger und Oliver Bierhoff. Wir stehen fest zur deutschen Nationalmannschaft. Und zwar langfristig."

dpa

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