Anteilsverkauf Neue Spekulationen um Daimlers EADS-Paket

DaimlerChrysler hat Meldungen über einen weiteren Abbau des Anteils am Luftfahrtkonzern EADS dementiert. Erst vor zwei Tagen war der geplante Verkauf von 7,5 Prozent an EADS bekannt geworden.

Stuttgart - Großaktionär DaimlerChrysler  spricht nicht mit der bundeseigenen KfW-Bankengruppe über einen Verkauf weiterer Anteile an dem Rüstungskonzern EADS . Das hatte die französische Zeitung "La Tribune" berichtet. Ein Konzernsprecher von DaimlerChrylser dementierte diese Meldung: "Wir verhandeln nicht mit der KfW", so der Sprecher gegenüber manager-magazin.de.

Am Mittwoch hatte DaimlerChrysler angekündigt, ebenso wie der französische Großaktionär Lagardère 7,5 Prozent an EADS abzugeben. Der Automobilkonzern wird nach der Transaktion noch 22,5 Prozent halten. Laut "Handelsblatt" könne Daimler-Chef Dieter Zetsche diese Beteiligung bis auf 6 Prozent abbauen ohne dabei das Gleichgewicht zwischen der deutschen und der französischen Seite bei EADS zu verändern.

Damit treibe der neue Konzernchef Dieter Zetsche die Konzentration auf das Automobilgeschäft unerwartet schnell voran. Der Konzern erklärte zwar, trotz der bereits beschlossenen Verringerung des EADS-Anteils von 30 auf 22,5 Prozent wolle man EADS weiter unterstützen und "wesentlicher Anteilseigner bleiben".

Branchenexperten bewerten die frühe Bekanntgabe des Deals, der aus steuerlichen Gründen erst 2007 abgewickelt werden soll, aber als "klares Signal", dass sich DaimlerChrysler in den kommenden Jahren ganz aus Europas größtem Luftfahrt- und Rüstungskonzern zurückziehen wolle.

Anders als sein Vorgänger Jürgen Schrempp habe Zetsche keine besondere Affinität zur Luft- und Raumfahrt. Darüber hinaus gelte der seit Jahresbeginn amtierende DaimlerChrysler-Chef als ein entschlossener Sanierer, der sich "nicht lange an Nebenkriegsschauplätzen aufhalten" wolle, so die Zeitung weiter.

Der britische Rüstungskonzern BAe Systems will unterdessen seine 20-prozentige Beteiligung am Flugzeughersteller Airbus verkaufen. Gespräche darüber würden mit dem EADS-Konzern geführt, der 80 Prozent an Airbus hält, teilte das Unternehmen mit. Der angestrebte Verkauf habe die Maximierung der Erträge für die Aktionäre zum Ziel. BAe wolle sich auf das Kerngeschäft Rüstungsgüter und Raumfahrt konzentrieren.

Ein EADS-Sprecher sagte der Nachrichtenagentur Dow Jones Newswires, es gebe eine Option, wonach EADS den Anteil übernehmen könne. Bereits bei der Bilanzvorlage habe der Konzern angedeutet, dass er nicht abgeneigt sei, diese Option anzunehmen. Für EADS gehöre Airbus zum Kerngeschäft, sagte der Sprecher.

manager-magazin.de mit Material von ddp, vwd

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