DaimlerChrysler Smart wird bestreikt

Bereits im Juni sollen die Bänder, auf denen der Smart Forfour produziert wird, still stehen, heißt es in einem Zeitungsbericht. Je schneller das defizitäre Modell verschwindet, umso besser - danach handelt das Management. Die Beschäftigten sehen das anders - und treten in einen wilden Streik.

Stuttgart - Der Autokonzern DaimlerChrysler  will den Bau des verlustreichen Kleinwagenmodells Smart Forfour offenbar bereits bis zum Ende des zweiten Quartals stoppen. Das berichtet das "Handelsblatt" (Montagausgabe) unter Berufung auf Unternehmenskreise. Der Konzern hatte bisher lediglich angekündigt, den Viertürer einstellen zu wollen aber keine zeitlichen Angaben gemacht.

Wegen der laufenden Gespräche mit dem japanischen Partner Mitsubishi  (MMC), in dessen Werk im niederländischen Born der Forfour gefertigt wird, ließ DaimlerChrysler den genauen Zeitpunkt bis jetzt aber offen. Ein Sprecher sagte dem Blatt am Wochenende, einen genauen Zeitpunkt für die Produktionseinstellung könne man nicht nennen.

Der Hersteller NedCar ist eine hundertprozentige Tochter des japanischen Autobauers Mitsubishi, der dort auch sein Modell Colt bauen lässt. Viele Baugruppen des Colts finden sich im Viertürer-Smart wieder. Am Wochenende hatten Vertreter der rund 3000 Beschäftigten mit Mitsubishi über einen Ausweg aus der Krise beraten. Sie hoffen, dass der japanische Konzern ein weiteres Modell in ihrem Werk produziert.

Gewinn mit dem Zweisitzer bereits 2007

Die Entscheidung von Mitsubishi soll am frühen Nachmittag bekannt gegeben werden.

Aufsichtsrat und Vorstand von DaimlerChrysler hatten Ende vergangener Woche das Ende des Modells besiegelt. Die Einstellung des Forfour soll rund eine Milliarde Euro kosten, zudem fallen 300 Stellen in der Smart-Zentrale in Böblingen weg. DaimlerChrysler will sich bei der Marke Smart jetzt auf den Zweisitzer konzentrieren und 2007 Gewinne schreiben.

Gewerkschaft befürchtet Abbau von 1000 Stellen

Gewerkschaft befürchtet Abbau von 1000 Stellen

Bei dem niederländischen Produzenten des Smart Forfour sind am Montagmorgen mehrere Hundert Mitarbeiter in einen spontanen Streik getreten. Grund sei die Sorge um die Zukunft des Werks, teilte der Betriebsrat am Montag mit.

Das Aus für den Kleinwagen kostet bei NedCar nach Gewerkschaftsangaben 1000 Arbeitsplätze. Die japanische Muttergesellschaft Mitsubishi wolle in dem Betrieb künftig nur noch eine Schicht am Tag und nicht zwei arbeiten lassen, erklärte Arthur Bot von der Gewerkschaft CNV am Montag nach einer Unterrichtung durch die Arbeitgeber.

Bei NedCar in Born, nördlich von Maastricht, arbeiten derzeit etwa 3000 Beschäftigte. Sie produzieren den smart forfour sowie den Colt. Nachdem DaimlerChrysler seinen viersitzigen Kleinwagen aus dem Programm nehmen will, wolle Mitsubishi bei NedCar 4,5 Millionen Euro im Monat sparen. "Das bedeutet das Streichen von 1000 Arbeitsplätzen", rechnete Gewerkschafter Bot vor.

Am Montagmorgen hatten die Mitarbeiter der Frühschicht bei NedCar die Arbeit aus Protest gegen den drohen Stellenverlust niedergelegt. Die Gewerkschaften riefen sie jedoch auf, auf weitere Aktionen zu verzichten, bis am 12. April die Gespräche mit Mitsubishi fortgesetzt werden.