Volkswagen Keine Ruhe in Wolfsburg

Schon wieder gibt es öffentliche Spekulationen um die Vertragsverlängerung von Volkswagen-Lenker Bernd Pischetsrieder. Nun wird Carl Peter Forster, Europachef der Opel-Mutter General Motors, als möglicher Nachfolger gehandelt.

Hamburg - Einflussreiche VW-Aufsichtsräte hielten ihn für eine mögliche Alternative zum VW-Vorstandsvorsitzenden berichtet das Nachrichtenmagazin DER SPIEGEL vorab am Wochenende. Ein VW-Sprecher wollte auf Anfrage den Bericht nicht bestätigen. Er sagte: "An Personalspekulationen beteiligen wir uns nicht." General Motors dementierte den Bericht. "Forster hat derzeit keinerlei Absichten, General Motors Europe zu verlassen", sagte ein Sprecher in Zürich.

Nach einem Bericht der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" sperren sich die Arbeitnehmer im Aufsichtsrat dagegen, bei der nächsten Sitzung im April über die Vertragsverlängerung von Pischetsrieder abzustimmen, um die Entscheidung bis in den Sommer hinauszuzögern. Die "Welt am Sonntag" zitiert ein nicht genanntes Mitglied des Aufsichtsrates mit den Worten: "Es gibt Überlegungen, die Personalie erst auf der Aufsichtsratssitzung am 2. Mai zu entscheiden".

Anfang März war ein Streit an der VW-Spitze entbrannt. Damals hatte Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch die anstehende Vertragsverlängerung des Vorstandsvorsitzenden als "offene Frage" bezeichnet und von einer starken Opposition der Arbeitnehmerseite gesprochen. Audi-Chef Martin Winterkorn wurde damals als Pischetsrieder-Nachfolger ins Gespräch gebracht. Porsche-Chef Wendelin Wiedeking und Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), die die beiden größten VW-Aktionäre vertreten, hatten sich aber klar hinter VW-Chef Pischetsrieder gestellt.

Volkswagen fährt derzeit einen harten Sparkurs. Für die ertragsschwache Konzern-Kernmarke VW hat Pischetsrieder ein tief greifendes Sanierungsprogramm angekündigt, von dem rund 20.000 Beschäftigte betroffen sein könnten.

dpa-afx