Smart-Sanierung Eine Milliarde zum Schließen von vier Türen

Vorstand und Aufsichtsrat von DaimlerChrysler haben grünes Licht für weitere harte Einschnitte bei der angeschlagenen Kleinwagenmarke Smart gegeben. Der beschlossene Stopp der Produktion des Forfour geht einher mit dem Abbau von 300 Arbeitsplätzen und kostet eine Milliarde Euro.

Stuttgart - DaimlerChrysler  und die Mitsubishi Motors Corporation  haben eine Absichtserklärung mit dem Ziel unterzeichnet, ein verbindliches Abkommen zur Einstellung des Smart Forfour zu erreichen, teilte der deutsch-amerikanische Autobauer am Donnerstag in Stuttgart mit.

An einer Protestkundgebung bei DaimlerChrysler in Sindelfingen im Rahmen der Metall-Tarifrunde nahmen auch Smart-Beschäftigte teil. Daimler-Gesamtbetriebsratschef Erich Klemm sagte: "Lasst uns gemeinsam dafür sorgen, dass die Kollegen gerecht behandelt werden." Der Autobauer will bei seinem Sorgenkind Smart in der Zentrale in Böblingen weitere 300 Arbeitsplätze abbauen.

Smart-Betriebsratschef Pitt Moos hatte einen Sozialplan gefordert. Der Vorstand hatte am vergangenen Wochenende die voraussichtlichen Kosten für den Stopp des Forfour mit einer Milliarde Euro beziffert. Smart macht dem deutsch-amerikanischen Autobauer schon lange zu schaffen. Der Konzern hat dort im vergangenen Jahr mehrere hundert Stellen abgebaut. Die Belegschaft ging von 1350 Mitarbeitern auf 760 zurück. Die Sanierung der Kleinwagensparte belastete das Ergebnis im vergangenen Jahr mit 1,1 Milliarden Euro.

Eine Milliarde Euro für Abfindungen und Schadenersatz

Bei der Bilanzpressekonferenz Mitte Februar hatte Konzernchef Dieter Zetsche erneut bekräftigt, dass Smart 2007 die Gewinnschwelle erreichen soll. Der Sanierungsplan über eine Milliarde Euro soll vor allem als Schadensersatz für Mitsubishi und für Zulieferer sowie für Abfindungen verbucht werden.

Der verlustreiche japanische Autobauer Mitsubishi baut das ab 10.900 Euro erhältliche Modell Forfour auf einer Plattform mit dem Mitsubishi "Colt" im niederländischen Werk in Born.

Bereits vor einem Jahr waren die Produktion des Smart Roadster und die Entwicklung eines geländegängigen Modells gestoppt worden. Die Kosten von 1,1 Milliarden Euro ließen die Muttergesellschaft Mercedes in die roten Zahlen rutschen.

Das viersitzige Smart-Modell kam erst im Frühjahr 2004 auf den Markt und steht seither in hartem Wettbewerb mit Kompaktwagen anderer Hersteller. Im vergangenen Jahr brach der Absatz um ein Viertel auf 43.700 Fahrzeuge ein. Das Absatzziel von 80.000 Fahrzeugen war nie erreicht worden.

Die DaimlerChrysler-Aktie notierte am Donnerstagnachmittag unverändert bei 47,20 Euro.

reuters, ap

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