Währungsreserven China hortet den Dollar

An einer Abwertung des US-Dollar geht angesichts des gigantischen Doppel-Defizits der USA nach Ansicht von Experten kein Weg vorbei. Exportländer wie China und Japan stützen dagegen mit enormen Aufwand die US-Währung: Die Fremdwährungsreserven Chinas sind auf mehr als 850 Milliarden US-Dollar gestiegen.

Peking - China hat Japan als größten Inhaber von Fremdwährungsreserven abgelöst. Ende Februar beliefen sich die chinesischen Reserven auf 853,7 Milliarden US-Dollar, wie aus Daten der Regierung hervorgeht.

Japans Reserven umfassten zum selben Zeitpunkt 850,1 Milliarden Dollar. Zum Januar hatten sich Chinas Reserven um 8,5 Milliarden Dollar erhöht, während die japanischen Reserven um 1,6 Milliarden Dollar gesunken waren.

Sowohl China als auch Japan haben in den vergangenen Jahren durch massive Stützungskäufe des US-Dollar versucht, eine Abwertung der US-Währung zu verhindern. Die asiatischen Exportländer profitieren von einem starken Dollar. Wertet dagegen ihre eigene Währung gegenüber dem Dollar auf, werden Exporte in die USA für diese Länder teurer.

Derweil nimmt das wachsende Defizit der USA im Haushalt und in der Leistungsbilanz der größten Volkswirtschaft der Welt die Luft zum Atmen. 2005 klaffte in der Handelsbilanz eine Lücke von 725 Milliarden Dollar, im Staatshaushalt betrug das Defizit 319 Milliarden Dollar.

Das enorme Ungleichgewicht in der Handelsbilanz kann nach Ansicht von Experten nur durch eine schrittweise Abwertung des Dollar vermindert werden. Eine zu rasche Abwertung des Dollar zählt nach Einschätzung der US-Investmentbank Goldman Sachs zu den Top-Risiken der Weltwirtschaft.

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