MAN Roland Allianz steigt ein

Der Maschinenbau- und Lkw-Konzern MAN trennt sich von der Mehrheit der Anteile seiner Druckmaschinentochter. Käufer ist die Beteiligungsgesellschaft der Allianz. In einigen Jahren soll MAN Roland dann reif für einen Börsengang sein.

München - Der Münchener Maschinenbau- und Nutzfahrzeugkonzern MAN  trennt sich überraschend von seiner lange defizitären Druckmaschinentochter und konzentriert sich damit künftig nur noch auf vier Kernbereiche.

Eine Mehrheit von 65 Prozent an MAN Roland Druckmaschinen  solle an die Beteiligungsgesellschaft der Allianz , Allianz Capital Partners, verkauft werden, teilte MAN am Mittwoch mit.

In einigen Jahren sollte MAN Roland, die MAN erst 2003 von der Börse genommen hatte, wieder an die Börse gebracht werden. MAN bleibe an dem Gemeinschaftsunternehmen mit der Allianz mit 35 Prozent beteiligt.

Wichtigste Standorte von MAN Roland sind Offenbach, Augsburg und Plauen. MAN gründet mit Allianz Capital Partners ein Gemeinschaftsunternehmen, das die Mehrheit an Roland übernimmt. Ein Konzernsprecher betonte, die laufende Restrukturierung werde fortgesetzt. Darüber hinaus seien die Arbeitsplätze bei MAN Roland aber nicht von dem Besitzerwechsel betroffen. MAN-Roland-Chef Gerd Finkbeiner sprach von einer "neuen Ära". Unternehmen und Mitarbeiter bekämen eine langfristige Perspektive.

Samuelsson dementiert neue Pläne für Ferrostal

"Für MAN Roland Druckmaschinen sehen wir noch großes Potenzial auf den Weltmärkten, sind aber sicher, dass sich das Unternehmen eigenständig außerhalb unseres Verbundes besser entfalten und flexibler auf die Marktanforderungen einstellen kann", sagte MAN-Chef Hakan Samuelsson. Die Aktie von MAN legte nach der Mitteilung mehr als 5 Prozent auf 56,36 Euro zu, nachdem sie zuvor tiefer notiert hatte.

Samuelsson erklärte weiter, der Börsengang könne in vier bis fünf Jahren erfolgen. Zu Spekulationen, dass es auch einen Verkauf oder Teilverkauf von Ferrostal geben solle, sagte der Vorstandschef, dies treffe nicht zu. 

Samuelsson sagte, in den vergangenen sechs Monaten seien mehrere Optionen für MAN Roland durchgespielt worden. Dabei sei mit mehreren Investoren gesprochen worden. Auch industrielle Lösungen seien Thema gewesen. Jetzt werde exklusiv mit Allianz Capital Partners bis zu einem Abschluss verhandelt, sagte der Manager.

Über den Verkaufspreis machte er keine genauen Angaben. Es werde aber einen Buchgewinn geben, ergänzte Finanzvorstand Karlheinz Hornung. Die veränderte Beteiligungsstruktur bei MAN Roland werde voraussichtlich im zweiten Quartal konsolidiert werden.

Unter Zeitungskrise gelitten

MAN Roland ist der zweitgrößte Druckmaschinenhersteller der Welt nach Heidelberger Druck und produziert vor allem in Augsburg und Offenbach. Die Tochter hatte jahrelang unter der Krise der Druck- und Zeitungsbranche gelitten und war nach einem harten Sparkurs erst im vergangenen Jahr operativ deutlich in die Gewinnzone zurückgekehrt. Das Bogendruckmaschinenwerk im hessischen Geisenheim war geschlossen worden.

Bei seinem Amtsantritt vor etwas über einem Jahr hatte Samuelsson angekündigt, Verlustträger im Konzern nicht mehr zu dulden. Jeder Bereich müsse für sich allein stehen können, Quersubventionen innerhalb des Konzerns werde es nicht geben. Im vergangenen Jahr hatte sich MAN von Randbereichen getrennt und unter anderem die Raumfahrtsparte MAN Technologie an die Bremer OHB Technology  verkauft.

Am Vormittag war in den Medien bereits über einen geplanten Zukauf von MAN berichtet worden: Der Konzern wolle die ThyssenKrupp-Tochter B+V Industrietechnik (BVI) kaufen hieß es. Hier werden Dampfturbinen als Generatorantriebe vorwiegend für Biomassekraftwerke, aber auch für Müllverbrennungs- und Kraftwärmekopplungskraftwerke hergestellt. Der Jahresumsatz liegt bei 60 Millionen Euro.

manager-magazin.de mit Material von reuters

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