Montag, 18. November 2019

Jade-Weser-Hafen Eurogate betreibt neuen Mega-Terminal

Bis 2010 entsteht in Wilhelmshaven ein gewaltiger neuer Tiefwasserhafen. Betreiben soll den Mammut-Terminal Europas führender Containerhafenspezialist Eurogate. Das haben die Landesregierungen von Niedersachsen und Bremen am Dienstag entscheiden. Der Neubau kostet mehr als eine Milliarde Euro.

Hannover/Wilhelmshaven - Die größte europäische Containerumschlag-Gesellschaft, Eurogate, soll den neuen deutschen Tiefwasserhafen in Wilhelmshaven betreiben. Das gaben am Dienstag die Landesregierungen von Niedersachsen und Bremen in Hannover bekannt. Eurogate ging erfolgreich aus einem europaweiten Bieterverfahren hervor. Die Gesellschaft erhält die Konzession für 40 Jahre.

Eurogate-Terminal in Hamburg: Künftig betreibt das Unternehmen auch den neuen Seehafen am Jadebusen
Eurogate-Terminal in Hamburg: Künftig betreibt das Unternehmen auch den neuen Seehafen am Jadebusen
Der künftige Tiefwasserhafen Jade-Weser-Port soll seinen Betrieb spätestens 2010 aufnehmen. Dafür sind Investitionen von insgesamt einer Milliarde Euro geplant. 300 Millionen Euro will Eurogate in Kräne und andere Umschlagsanlagen stecken. Für den Bau des Hafens und die Verkehrsanbindungen will das Land Niedersachsen 570 Millionen Euro investieren. Bremen will sich mit rund 100 Millionen Euro beteiligen.

Der Jade-Weser-Port gilt als eines der größten Investitionsvorhaben der vergangenen Jahrzehnte im Nordwesten Deutschlands. Mit einem gezeitenunabhängigen Fahrwasser von 16,50 Metern Tiefe sollen dort künftig bis zu 2,7 Millionen Standardcontainer im Jahr umgeschlagen werden.

Die Kailänge soll 1725 Meter betragen. Hier sollen vier Großcontainerschiffe und kleine Container-Anlieferschiffe (Feeder) an bis zu 17 Containerbrücken gleichzeitig abgefertigt werden. Die reine Terminalfläche soll 120 Hektar betragen. Dahinter sollen zunächst 170 Hektar für hafennahe Industrie- und Logistikunternehmen erschlossen werden.

Die niedersächsische Landesregierung erwartet von dem Hafenprojekt weitere Gewerbeansiedlungen sowie rund 2000 zusätzliche Arbeitsplätze in der Region. "Das wird dem Nordwesten einen Wachstumsschub geben", sagte Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU).

Mitbewerber um die Betreiberkonzession war zuletzt eine Bietergemeinschaft von internationalen Hafenbetreibern und Reedereien unter Federführung der Rhenus Logistics Gruppe. "Für Eurogate sprachen bei der Vergabe vor allem die hohe abgesicherte Entwicklung der Umschlagsmengen sowie das Vermarktungskonzept", sagte der Geschäftsführer der Jade-Weser-Port-Realisierungs-GmbH, Helmut Werner.

Eurogate betreibt bereits mehrere Containerterminals in Bremen, Bremerhaven und Hamburg sowie im Mittelmeerraum. Die Gruppe wurde 1999 gegründet und gehört zu je 50 Prozent der Hamburger Eurokai und der Bremer BLG Logistics Group. Hauptsitz des Gemeinschaftsunternehmens ist Bremen. Europaweit sind rund 5700 Mitarbeiter beschäftigt, davon etwa 3800 in Deutschland.

dpa, ap

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