Bank Austria Ein Riese im Osten

Die zur HypoVereinsbank gehörende Bank Austria wird künftig innerhalb der Unicredit-Gruppe das Geschäft in fast ganz Osteuropa steuern. Ausgenommen davon ist nur Polen, das direkt von Mailand aus betreut wird. Die Finanzgruppe steigt damit zum größten Bankkonzern Osteuropas auf.

München - Die Bank Austria übernehme die Banken-Töchter und Filialen der Muttergesellschaft Unicredit  in Osteuropa, teilten das Wiener Finanzinstitut und die HypoVereinsbank (HVB) mit. Über die Zuständigkeit für die Türkei sei noch keine Entscheidung gefallen. In fünf Jahren wollen die Italiener das Österreich-Geschäft der Bank Austria von der Osteuropa-Holding abtrennen.

Damit hat Unicredit-Chef Alessandro Profumo den zähen Widerstand der beiden mit Sonderrechten ausgestatteten Bank-Austria-Aktionäre gebrochen: Betriebsratfonds und die der Stadt Wien nahe stehende AVZ-Stiftung hatten sich heftig gegen eine Aufspaltung der Bank in ein In- und Auslandsgeschäft gewehrt.

Durch die Übernahme der HVB und der Bank Austria durch Unicredit ist gemessen an der Bilanzsumme der mit Abstand größte Bankkonzern Osteuropas entstanden. Nur in Polen leistet die dortige Regierung noch Widerstand gegen die Fusion der beiden Konzerntöchter, da sie einen Jobabbau fürchtet. In Kroatien muss der Bankriese eine Tochter aus Kartellgründen verkaufen.

Die Einigung zwischen der Unicredit, der HVB, der Bank Austria und auch den einflussreichen Namensaktionären der AVZ-Stiftung mit dem Betriebsrat sei auf zehn Jahre abgeschlossen und ersetze die bisherige Grundsatzvereinbarung sowie den "Bank der Regionen Vertrag" zwischen HVB und Bank Austria.

Die Österreicher hatten in der Vergangenheit stets auf die Verträge als Grundlage ihrer Unabhängigkeit gepocht. Teil der neuen Vereinbarung sei auch, dass die beiden Fondstöchter Capital Invest und AMG in dem Veranlagungsgeschäft der Unicredit aufgehen.

reuters

Die Wiedergabe wurde unterbrochen.