DaimlerChrysler 1000 neue Stellen in Illinois

Während DaimlerChrysler in Deutschland 8500 Stellen abbauen will, wird in den USA aufgestockt. Die Produktion in Belvidere wird erhöht, neben dem Kleinwagen Dodge Caliber sollen hier demnächst auch zwei neue Jeep-Modelle vom Band laufen.

Auburn Hills - Chrysler verdoppelt die Produktionskapazität in seinem Werk in Belvidere (Illinois) durch die sofortige Einführung einer zweiten Schicht und stellt dafür 1000 Mitarbeiter ein.

Hierdurch erhöht sich die Gesamtbelegschaft von 1650 auf 2650 Mitarbeiter. Dies hat die zu DaimlerChrysler  gehörende Chrysler Group am Montag mitgeteilt.

Die Produktion des Kleinwagenmodells Dodge Caliber hatte im Januar begonnen. Ab Mai wird in Belvidere auch der neue Jeep Compass vom Band rollen. Für Ende 2007, Anfang 2008 soll nach Medienberichten zudem die Produktion des Jeep Patriot in Belvidere anlaufen.

Teamwork und Roboter für die Effizienz

Alle jetzt eingestellten Mitarbeiter sind ehemalige Chrysler-Beschäftigte, die zuvor ihre Stellen verloren hatten. Sie befanden sich nach einer so genannten "Job-banc"-Vereinbarung in einer Warteschleife: Sobald es bei Chrysler neue Stellen geben würde, waren sie als bevorzugte Bewerber vorgemerkt.

Die Arbeitsplätze seien nicht in Folge kurzfristiger Produktionsspitzen ausgeschrieben worden, sondern langfristig angelegt. "Viele von den neuen Mitarbeitern hatten zuvor in unseren Werken in Delaware, Alabama, Ohio und Indiana gearbeitet", so ein Chrysler-Sprecher gegenüber manager-magazin.de, der das Werk in Belvidere als Benchmark im Konzern bezeichnete.

Belvidere war das erste Chrysler-Werk, das flexiblere Produktionsmethoden eingeführt hatte, um abgewandelte Modelle auch in kleinen Stückzahlen auf dem gleichen Band produzieren zu können. Dabei spielt laut Chrysler eine neue Generation von Produktionsrobotern ebenso eine Rolle wie ein Teamwork-Konzept, durch das die Mitarbeiter flexibel einsetzbar an unterschiedlichen Arbeitsplätzen seien.

Produktionsrekord im Lkw-Werk Wörth

Während in den USA Stellen geschaffen werden, leidet DaimlerChrysler in Deutschland laut einem Interview, dass Vorstandschef Dieter Zetsche dem SPIEGEL gab, unter "eindeutig zu hohen Personalkapazitäten". Von 8500 Mitarbeitern will sich der Konzern bis Jahresbeginn 2007 trennen - auf freiwilliger Basis und mit Abfindungen bis zu 275.000 Euro.

Nach einer Meldung vom Montag gibt es allerdings zumindest vom Lkw-Werk im südpfälzischen Wörth auch positive Trends. Mit mehr als 103.000 Nutzfahrzeuge verschiedener Baureihen, die in Wörth vom Band liefen, wurde ein Produktionsrekord aufgestellt. Knapp 1500 Fahrzeuge mehr als 2004 wurden gefertigt.

Weltweit hat DaimlerChrysler 2005 rund 148.000 Lkw der Marke Mercedes-Benz abgesetzt - rund 8 Prozent mehr als im Rekordjahr 2004 (137.400). Im Werk Wörth arbeiten rund 9600 Menschen.

Tragende Säule dieses Erfolges in Europa und Lateinamerika seien weiterhin die zweite Generation des Lkw-Flaggschiffs Actros, sowie die Baureihen Atego und Axor gewesen. Im Kernmarkt Westeuropa stieg der Absatz 2005 um 12 Prozent auf 74.100 Einheiten. Bei einem insgesamt steigenden Gesamtmarkt Westeuropa habe der Geschäftsbereich damit seinen Anteil von rund 22 Prozent festigen können und sei Marktführer in dieser Region, hieß es.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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