Volkswagen Die Kampfansage

Volkswagen-Chef Bernd Pischetsrieder geht in die Offensive. Der Spitzenmanager des größten europäischen Autokonzerns will um den wichtigsten Job bei Volkswagen kämpfen. Einen Seitenhieb auf seinen Amtsvorgänger und jetzigen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch kann sich Pischetsrieder dabei nicht verkneifen.

Hamburg - Der Vorstandsvorsitzende des größten europäischen Autokonzerns Volkswagen , Bernd Pischetsrieder, will trotz der von Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch ausgelösten Diskussion über seine Zukunft an der Spitze des Konzerns bleiben. "Ich will das, was ich vor Jahren begonnen habe, zu einem nachhaltigen Erfolg führen", sagte Pischetsrieder der Zeitung "Welt am Sonntag". "Der Vorstand wird dafür bezahlt, das Unternehmen so aufzustellen, dass es langfristig erfolgreich ist. Mit diesem Verständnis habe ich Volkswagen bisher geführt und werde es auch weiter tun", bekräftigte er.

Pischetsrieder verteidigte in dem Sonntagsblatt die Pläne, die Mitarbeiterzahl bei VW zu reduzieren. "Dass es niemandem gefällt, wenn Arbeitsplätze wegfallen, ist logisch", sagte er. Der Vorstand trage aber die Verantwortung dafür, dass Volkswagen profitabel und wettbewerbsfähig sei. Nur ein profitables Unternehmen sichere Arbeitsplätze. Es werde bei VW aber zu keinen betriebsbedingten Kündigungen kommen.

"Der Zukunftssicherungsvertrag, der bis 2011 läuft, schließt das aus. Und wir halten uns daran", sagte er.

Pischetsrieder wolle die anstehenden Probleme weiter angehen und habe in der Vergangenheit schon viel erreicht. "Wir haben in den vergangenen Jahren wichtige Weichen für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns gestellt", sagte er. Es gebe bei VW einen kontinuierlichen Verbesserungsprozess.

"Unsere Marken arbeiten heute nicht mehr gegeneinander, sondern miteinander", sagte Pischetsrieder, der damit indirekt seinen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch kritisierte, der als Vorstandschef sein Vorgänger war.

In einem Interview mit dem "Wall Street Journal" hatte Piëch diese Woche gesagt, eine Verlängerung des 2007 auslaufenden Vertrags von Pischetsrieder könne auf eine starke Opposition der Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat stoßen.

Der Machtkampf bei Volkswagen (VW) zwischen Aufsichtsratschef Ferdinand Piëch und Konzernchef Bernd Pischetsrieder könnte allerdings bald durch eine Kampfabstimmung entschieden werden. Ministerpräsident Christian Wulff (CDU), der für den Großaktionär Niedersachsen im VW-Aufsichtsrat sitzt, will Pischetsrieder nach Angaben der Düsselrdorfer Zeitschrift "Wirtschaftswoche" bereits auf einer außerordentlichen Sitzung des Gremiums am 19. April zur Wiederwahl vorschlagen. Einen Tag später solle dann die Entscheidung fallen.

manager-magazin.de mit Material von ap und ddp