Streik Verdi lässt Verhandlungen platzen

Die Tarifverhandlungen für den öffentlichen Dienst in Baden-Württemberg sind geplatzt. Die Gewerkschaft Verdi und der Kommunale Arbeitgeberverband Baden-Württemberg haben am Mittwochabend ihre Gespräche in Stuttgart ohne Ergebnis abgebrochen.

Stuttgart - Die Verhandlungen im öffentlichen Dienst zwischen den kommunalen Arbeitgebern in Baden-Württemberg und der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi sind nach Angaben der Arbeitgeberseite vorerst gescheitert.

Arbeitgeber-Verhandlungsführer Gerhard Widder (SPD) sagte am Mittwochabend in Stuttgart: "Ich muss Ihnen leider mitteilen, dass Verdi die Verhandlungen hat platzen lassen", so der Mannheimer Bürgermeister. Es gebe noch keinen neuen Gesprächstermin.

Zuvor waren die Arbeitgeber von ihrer Forderung nach einer generellen 40-Stunden-Woche abgerückt und hatten ein nach Alter gestaffeltes Arbeitszeitmodell mit durchschnittlich 39,7 Stunden je Woche angeboten.

Einigung in Hamburg

In Hamburg hatten sich die Tarifparteien zuvor auf einen Kompromiss geeinigt, der für die kommunalen Bediensteten der Hansestadt eine Staffelung der Arbeitszeit nach der Höhe des Einkommens, dem Lebensalter und kleinen Kindern im Haushalt vorsieht.

Nach Angaben von Verdi stimmten in der Hansestadt 42 Prozent der Mitglieder in einer Urabstimmung für den am Mittwoch erzielten Kompromiss mit den kommunalen Arbeitgebern. Für die Annahme war eine Zustimmung von 25 Prozent nötig. Wann genau der seit Wochen dauernde Streik beendet wird, war zunächst nicht klar.

Der Kompromiss sieht nach Angaben aus Verhandlungskreisen vor, dass vor allem Beschäftigte in höheren Tarifgruppen im Innendienst künftig 40 Stunden arbeiten. Für alle Beschäftigten unter 50 mit Kindern bleibt es dagegen bei der 38,5-Stunden-Woche. Kinderlose jüngere Beschäftigte müssten eine halbe Stunde länger arbeiten.

ddp, reuters