BASF 2,8 Milliarden Euro für Degussa-Sparte

Der Spezialchemiekonzern Degussa hat sein Bauchemiegeschäft heute an den weltgrößten Chemiekonzern BASF verkauft. Damit ist für den Mischkonzern RAG, der Degussa übernehmen will, der Weg an die Börse frei.

Düsseldorf - Einschließlich zu übernehmender Schulden ergebe sich ein Kaufpreis von mehr als 2,8 Milliarden Euro, teilte Degussa  am Mittwoch mit. Der Netto-Kaufpreis betrage 2,2 Milliarden Euro.

BASF veranschlagt den Transaktionswert mit 2,7 Milliarden Euro und begründet dies auf Anfrage mit den üblichen Ermessensspielräumen. Die BASF-Aktie  legte am Mittwoch in den ersten Handelsminuten um 0,3 Prozent auf 63,45 Euro und damit etwas stärker als der Gesamtmarkt zu.

"Durch den Erwerb werden wir uns nachhaltig Wachstumspotenziale des Bauchemiemarktes erschließen und unsere Position in diesem ertragsstarken Arbeitsgebiet weiter ausbauen", sagte BASF-Vorstandsmitglied Andreas Kreimeyer. Der Weltmarkt für Bauchemikalien habe derzeit eine Größe von rund 13 Milliarden Euro und wachse pro Jahr um 4 bis 5 Prozent. Das Geschäftsfeld zeichne sich durch relativ konjunkturrobuste Margen und hohe Innovationspotenziale aus.

Basis für RAG-Börsenpläne

BASF hatte zuletzt exklusiv mit Degussa über den Kauf der Bauchemie verhandelt. Die Ludwigshafener galten auch bei den rund 7400 Mitarbeitern als Wunschkandidat.

Im Geschäftsjahr 2004 erwirtschaftete die Degussa-Bauchemiesparte bei einem Umsatz von 1,8 Milliarden Euro ein operatives Ergebnis vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 201 Millionen Euro. In den ersten neun Monaten 2005 lagen der Umsatz bei 1,5 Milliarden Euro und das Ebit bei 174 Millionen Euro.

Mit dem Verkauf des Bauchemie-Geschäfts will der Essener RAG-Konzern die vollständige Übernahme von Degussa finanzieren und damit den geplanten eigenen Börsengang vorantreiben. Der Verkauf, der unter den üblichen Vorbehalten steht - insbesondere der Freigabe der zuständigen Kartellbehörden - soll bis zur Jahresmitte 2006 abgeschlossen werden.

Nach der Übernahme des 42,86-Prozent-Pakets von Verkäufer Eon  und den bisher selbst gehaltenen 51 Prozent an Degussa kommt RAG auf einen Stimmrechts- und Grundkapitalanteil von mehr als 95 Prozent.

Die Degussa-Aktionäre konnten ihre Aktien bis Anfang der Woche der RAG andienen, die 42 Euro je Anteilsschein angeboten hatte. Im Anschluss an den geplanten Zwangsausschluss der Aktionäre (Squeeze-Out) soll Degussa von der Börse genommen werden.

dpa-afx

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