Zulassungen BMW auf dem Gipfel

Die deutschen Autohersteller sind 2006 gut unterwegs. Nach einem weiteren Zulassungsplus im Februar sprach VDA-Präsident Bernd Gottschalk auf dem Genfer Autosalon von einem gelungenen Start ins Jahr. So meldete BMW für Februar Rekordabsätze und will die von Mercedes frisch eroberte Premium-Marktführerschaft verteidigen.

Genf - VDA-Präsident Bernd Gottschalk sagte der Nachrichtenagentur dpa anlässlich des Genfer Autosalons, er rechne für Februar nach ersten Schätzungen mit einem Zulassungsplus von 2 bis 3 Prozent. Die Zulassungszahlen des Januars eingerechnet (plus 11 Prozent) ergäbe sich für die ersten beiden Monaten ein Wachstum von etwa 6 bis 7 Prozent.

Gottschalk warnte aber auch vor Euphorie, denn nach wie vor fehle ein kräftiger Schub im Inland. Wenn sich aber die Konjunktur verstetige, sei dies ein erstes Zeichen für eine stabile Aufwärtsentwicklung. Dann könnten die Zulassungen in Deutschland wie von ihm bereits prognostiziert von 3,34 Millionen auf 3,4 Millionen Einheiten steigen.

In Genf zeigen die Konzerne bis zum 12. März ihre neuesten Autos. Die deutschen Unternehmen präsentieren in diesem Jahr vor allem leistungsstarke Varianten oder Nischenmodelle als echte Premieren. Optimistisch zeigten sich die großen Automobilhersteller.

Opel will sich vom margenschwachen Geschäft trennen

So erwartet der Europa-Chef von General Motors (GM) , Carl-Peter Forster, für das laufende Jahr Marktanteilsgewinne des weltgrößten Autobauers in Europa. "Wir werden sicher auf höhere Marktanteile für Cadillac achten", sagte Forster in Genf. "Saab könnte zulegen oder zumindest seinen Anteil halten. Chevrolet steht höchstwahrscheinlich vor einem weiteren Jahr starken Wachstums", sagte der frühere Opel-Chef.

Die deutsche Tochter Opel lege den Schwerpunkt stärker auf rentable Umsätze, sagte Forster. Die Rüsselsheimer planten, sich teils von margenschwachem Geschäft zu trennen. Im vergangenen Jahr hatte GM in Europa 1,62 Millionen Autos verkauft, ein Rückgang um 0,7 Prozent. Der Marktanteil hatte bei 10,7 Prozent stagniert. Für die ganze Branche sagte Forster für 2006 einen leichten Aufschwung voraus. "Leicht besser heißt 3 Prozent Wachstum oder in dieser Größenordnung."

Mercedes will Glaubwürdigkeit zurück

Mercedes will Glaubwürdigkeit der Marke zurück

Dieter Zetsche, Vorstandsvorsitzender von DaimlerChrysler , hat sich zufrieden zur Pkw-Absatzentwicklung des Konzerns geäußert. Der Februar-Absatz von Mercedes sei "erfreulich" gewesen, so Zetsche auf dem Genfer Automobilsalon. Die Verkäufe der US-Tochter Chrysler nannte er "ordentlich".

Mit Blick auf die Premium-Marke Mercedes-Benz räumte Zetsche ein, dass der Angebotsdruck auch in diesem Segment Einfluss auf die Preisgestaltung habe. Er hob jedoch hervor, dass die C-Klasse weiter gut unterwegs sei und die Modellpflege der E-Klasse im Sommer wieder für Nachfragemomentum sorgen dürfte.

Neben der C-Klasse war insbesondere die E-Klasse von den Qualitätsproblemen betroffen, die im vergangenen Jahr zu einem Rückruf von 1,3 Millionen Fahrzeugen geführte hatten. Beim überarbeiteten Modell der Mittelklasse-Limousine hat Mercedes laut Zetsche die Ursachen für die Fehler beseitigt. Nur dann gehe das Fahrzeug in die Serienproduktion. "Es gibt keine Indikation, dass wir bei der E-Klasse die Reißleine ziehen müssten", stellte der Manager klar.

Das Unternehmen muss Zetsche zufolge allerdings akzeptieren, dass die Glaubwürdigkeit der Marke zunächst zurückgewonnen werden muss. "Wir schätzen die Herausforderung nicht klein ein", so der Vorstandsvorsitzende. Ziel sei es nach wie vor, mit der Mercedes Car Group bis 2007 eine Umsatzrendite von 7 Prozent zu schreiben, so Zetsche. Insgesamt sehe er die Zukunft von Mercedes sehr positiv. "Ich sehe keine Probleme, sondern jede Menge Chancen", so Zetsche mit Blick auf das Renditeziel.

Für den Automobilkonzern wollte Zetsche keinen Gewinnausblick für das laufende Jahr geben. Er verwies dabei auf den angekündigten Abbau von weltweit rund 6000 Verwaltungsstellen, die mit etwa zwei Milliarden Euro Kosten veranschlagt werden. Wie diese Lasten bis 2008 verteilt werden, ist dem Manager zufolge noch nicht genau abzusehen. "Es gibt Maßnahmen, die geänderte Prozesse und IT-Umstellungen nach sich ziehen. Solche Themen brauchen Zeit und sind eher in den Jahren 2007 und 2008 anzusiedeln", so Zetsche.

Weitere Kostensenkungen bei BMW

Weitere Kostensenkungen bei BMW

BMW  will im Wettbewerb der Premiumanbieter die frisch eroberte Marktführerschaft auf Dauer verteidigen. "Wir sind jetzt vorne und wir wollen auch vorne bleiben", sagte Konzernchef Helmut Panke in Genf. Im Februar verzeichnete BMW dabei erneut zweistellige Zuwachsraten und einen Absatzrekord für diesen Monat.

Im vergangenen Jahr hatte der Konzern 1,127 Millionen Fahrzeuge der Marke BMW verkauft und damit erstmals den Konkurrenten Mercedes überholt. "Der Markterfolg geht unverändert weiter", sagte Panke. Im Februar sei der Absatzzuwachs in etwa so hoch ausgefallen wie im Januar, als die Zahl der Verkäufe um knapp 15 Prozent zulegte.

Einen konkreten Ausblick für 2006 wollte Panke nicht geben. Er sagte lediglich, dass er "getragen von der positiven Absatzentwicklung" und der Verbesserung der internen Kostensituation überzeugt sei, dass "auch 2006 finanziell ein gutes Jahr wird". Bei der Kleinwagenmarke Mini stellt sich BMW auf einen Absatzrückgang ein. Wegen einer Kapazitätserweiterung im Werk Oxford müssen die Bänder zeitweise still stehen.

Das vergangene Jahr sei "operativ ausgezeichnet verlaufen." Panke bekräftigte zudem erneut, dass das Ergebnis im vergangenen Jahr in etwa auf Vorjahreshöhe ausgefallen ist. Im Jahr 2005 hatte BMW den Absatz früheren Angaben zufolge um knapp 10 Prozent gesteigert.

Für das laufende Jahr seien weitere Effizienzsteigerungen und Kostensenkungen geplant. "Wir werden natürlich die Verbesserungen bei Kosten und Effizienz in diesem Jahr weiter vorantreiben", so Panke.

Im vergangenen Jahr habe BMW mehr als 400 Millionen Euro an Effizienzverbesserungen erzielt. Zugleich aber stiegen die Belastungen aus Wechselkurseffekten und hohen Rohstoffpreisen um bis zu eine Milliarde Euro.

dpa, reuters, vwd

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