Commerzbank Schnelles Geschäft in Korea

Eine Viertelmilliarde Euro investierte die Commerzbank vor zweieinhalb Jahren in die koreanische Bank KEB. Nun ist der Anteil offenbar ein Mehrfaches wert. Mit einem für heute angekündigten Verkauf liegt die Commerzbank beim Erlös bereits deutlich im Plus - und verfügt immer noch über 6,5 Prozent der KEB-Aktien.

Frankfurt am Main - Die Commerzbank  hat überraschend schnell einen Großteil ihres Aktienpaketes an der zum Verkauf stehenden Korea Exchange Bank (KEB) abgestoßen.

Die 8,1 Prozent - rund 52,5 Millionen KEB-Aktien - würden noch am Dienstag durch die Investmentbanken Goldman Sachs  und UBS  platziert, teilte die Commerzbank in Frankfurt mit. Die Transaktion habe einen Marktwert von 640 Millionen Euro.

Finanzkreisen zufolge wird die zweitgrößte börsennotierte Bank Deutschlands beim Verkauf einen Buchgewinn von mindestens 400 Millionen Euro erzielen. Die Kookmin Bank und die Hana Financial Group haben bereits Interesse an dem Aktienpaket signalisiert.

Insgesamt hielt die Commerzbank bislang 14,6 Prozent an der KEB. Sie hatte sich im Juli 2003 für 250 Millionen Euro an der KEB beteiligt, ein Anteil im Wert von 120 Millionen Euro wurde bereits veräußert.

22 Prozent der KEB sind in Staatsbesitz

Nach dem nun anstehenden Verkauf bleiben noch 6,5 Prozent. Das restliche Paket kann die Bank allerdings nur im Einverständnis mit dem KEB-Mehrheitseigentümer Lone Star platzieren, der im August 2003 die Mehrheit an KEB übernommen hatte. Der US-Finanzinvestor sucht derzeit auch nach einem Käufer für sein Paket und hat die Citigroup  mit den Verhandlungen beauftragt. Lone Star hält an der KEB 50,5 Prozent, der koreanische Staat über Töchter 22 Prozent.

Die Commerzbank bekräftigte, sie wolle nicht-strategische Beteiligungen weiter verkaufen. Unter anderem ist das Institut mit rund zehn Prozent am Industriegase- und Gabelstaplerkonzern Linde  beteiligt. Der Wiesbadener Konzern befindet sich derzeit in Übernahmeverhandlungen mit dem britischen Konkurrenten und Mischkonzern BOC Group .

Im vergangenen Jahr hatte die Commerzbank ihre jahrelange Durststrecke überwunden und nicht zuletzt dank des Verkaufs zahlreicher Beteiligungen das zweitbeste Ergebnis der Firmengeschichte eingefahren.

manager-magazin.de mit Material von dpa, rtr

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