AEG-Stammwerk Schließung kostet 244 Millionen Euro

Im Konflikt um die Zukunft des AEG-Stammwerks in Nürnberg haben die Verhandlungspartner eine Lösung erzielt. Die betroffenen Mitarbeiter erhalten eine höhere Abfindung als zunächst vorgesehen.

Nürnberg - Der AEG-Mutterkonzern Electrolux und die IG Metall haben sich nach wochenlangen Verhandlungen und einem seit mehr als fünf Wochen andaurnden Streiks der Beschäftigten in der Nacht zum Dienstag geeinigt. "Wir haben ein Ergebnis", sagte Siegfried Hörmann von der IG Metall Bayern.

Die Betroffenen erhielten eine Abfindung von 1,8 Monatsgehältern je Beschäftigungsjahr, teilte Electrolux mit. Die Schweden hatten zunächst 0,7 Gehälter für jedes Jahr der Betriebszugehörigkeit geboten, die Gewerkschaft hatte drei gefordert. Die AEG-Gewerkschaftsmitglieder müssten der Einigung im Laufe der Woche noch zustimmen.

Die rund 1700 AEG-Mitarbeiter streiken seit gut fünf Wochen gegen die für Ende 2007 geplante Schließung. Electrolux will das unprofitable Traditionswerk dicht machen und die Produktion nach Polen und Italien verlagern.

Kosten bei 244 Millionen Euro

Die Einigung mit der IG Metall über die Schließung des AEG-Werks in Nürnberg wird den schwedischen Electrolux-Konzern rund 244 Millionen Euro (2,3 Milliarden Kronen) kosten.

Damit kostet die Beendigung der Fertigung in Nürnberg etwa so viel wie ursprünglich veranschlagt. Die IG Metall hatte mit einem Streik versucht, die Kosten auf über eine halbe Milliarde Euro zu treiben und damit die Schließung zu teuer zu machen.

Unter Vermittlung des Bahn-Vorstandes und früheren bayerischen Wirtschaftsministers Otto Wiesheu (CSU) hatten die Vertreter der IG Metall und des Electrolux-Konzerns seit Montagnachmittag an einem geheim gehaltenen Ort in München nach Lösungen im AEG-Konflikt gesucht.

Mehrere Verhandlungsrunden waren ohne Ergebnis geblieben. Daraufhin wurde Wiesheu als Vermittler hinzugezogen. In den jetzigen Gesprächen ging es möglicherweise um ein "Gesamtpaket" unter Einbeziehung der Electrolux-Servicegesellschaften und des AEG-Herde-Werks im fränkischen Rothenburg ob der Tauber.

Für diese Fabrik forderte die IG Metall eine Standortgarantie bis 2010. Für die aus der AEG ausgegliederten Servicegesellschaften für Sparten wie Logistik und Ersatzteile verlangte die Gewerkschaft die Rückkehr zur Tarifbindung der Metallindustrie.

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