MTU Friedrichshafen Maybachs steigen wieder ein

Nach dem Verkauf von MTU Friedrichshafen an den schwedischen Finanzinvestor EQT wollen Mitglieder der Gründerfamilie Schmid-Maybach einem Bericht zufolge wieder bei dem Dieselmotorenbauer einsteigen. EQT könnte sich davon einen positiven Imageeffekt erhoffen.

Hamburg - Derzeit verhandelt die Familie Schmid-Maybach mit EQT über eine Beteiligung in Höhe von 5 Millionen Euro, berichtet die "Financial Times Deutschland" unter Berufung auf Finanzkreise. Dem Vernehmen nach hätten die Schmid-Maybachs ein Vielfaches der Summe investieren wollen, doch wollte EQT keinen größeren Anteil abgeben. EQT lehnte einen Kommentar dazu ab.

Die Schweden hätten keinen Finanzbedarf und gewährten üblicherweise externen Dritten auch keine Beteiligung an ihren Portfoliofirmen, bei den Schmid-Maybachs wolle EQT-Chef Conni Jonsson jedoch eine Ausnahme machen, weil er sich davon einen positiven Imageeffekt erhofft, hieß es.

EQT ist - wie viele internationale Beteiligungsfirmen - stark am Kauf deutscher Familienunternehmen interessiert. Eine erfolgreiche Zusammenarbeit mit der bekannten und angesehenen Familie Schmid-Maybach wäre dafür ein Werbeargument. Zudem dürften die MTU-Mitarbeiter eine Rückbeteiligung der Gründerfamilie als positives Signal ansehen, nachdem sie sich zunächst gegen den Verkauf an einen Finanzinvestor gewehrt hatten.

Der Investor aus dem Einflussbereich der schwedischen Unternehmerfamilie Wallenberg hatte sich mit DaimlerChrysler  kurz nach Weihnachten auf den Erwerb von MTU Friedrichshafen für 1,6 Milliarden Euro geeinigt. Die zwei Gründerfamilien Schmid-Maybach und Brandenstein-Zeppelin hatten zuvor ihre mit Vetorechten ausgestatteten 11,7 Prozent an der MTU an DaimlerChrysler verkauft.

dpa

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