Tarifkonflikt Warnstreiks bei Daimler, Porsche und Bosch

Während sich wegen des Streiks im öffentlichen Dienst die Müllberge in den Innenstädten stapeln, spitzt sich der Tarifkonflikt auch in der Metall- und Elektroindustrie zu. Ab Aschermittwoch will die IG Metall mit Warnstreiks beginnen: Betroffen ist unter anderem die Automobilindustrie.

Frankfurt am Main - "Am Aschermittwoch beginnen wir mit sichtbaren Aktionen; nicht nur an einem Tag, nicht nur in einem Betrieb", sagte der baden-württembergische IG Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (FAS). Mehrere Zehntausend Gewerkschafter werden nächste Woche zeitweilig die Arbeit niederlegen, berichtet die Zeitung weiter. Betroffen von den Warnstreiks sind demnach unter anderem die Fabriken von DaimlerChrysler , Porsche  und Bosch.

In Baden-Württemberg endet die Friedenspflicht vier Wochen früher als im Rest der Republik, da die Arbeitgeber dort den Lohnrahmentarifvertrag II gekündigt hatten, der den Arbeitnehmern unter anderem die so genannte Steinkühler-Pause garantiert. Ende März kann die IG Metall dann bundesweit zu Warnstreiks aufrufen.

"Am 29. März werden unsere Aktionen in die Breite gehen", kündigte IG-Metall-Bezirksleiter Jörg Hofmann an.

Die Gewerkschaft verlangt 5 Prozent mehr Lohn, die Arbeitgeber halten allenfalls 1,2 Prozent für vertretbar. Sie haben bisher kein offizielles Angebot vorgelegt - was von Hofmann scharf kritisiert wird: "Diese Strategie ist unverantwortlich und nicht nachvollziehbar. Wollen wir die Zeit bis Ende März für Verhandlungen nutzen, setzt das voraus, dass die Arbeitgeber mehr vorlegen als heiße Luft. So provozieren sie sehenden Auges betriebliche Konflikte."

dpa/rtr

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