Durchschnittsverdienst Reale Einkommen erneut gesunken

Trotz leicht steigender Bruttolöhne sind die realen Einkommen der Arbeitnehmer in Deutschland im Jahr 2005 erneut gesunken. Die Inflation lag deutlich über dem Lohnzuwachs, wie Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen.

Wiesbaden - Zwar stieg der durchschnittliche Bruttolohn im Jahr 2005 im Vergleich zum Vorjahr um 0,4 Prozent - die Verbraucherpreise legten aber gleichzeitig um satte zwei Prozent zu. Das teilte das Statistische Bundesamt mit. Somit hatten die Verbraucher zwar nominal mehr Geld in der Geldbörse, aber sie konnten dafür weniger kaufen. Insgesamt verdienten die Arbeitnehmer im Schnitt 26.425 Euro.

Grund für den geringen Lohnzuwachs sind den Angaben zufolge die vielen Ein-Euro-Jobber, die den Durchschnitt erheblich drücken. Aber auch wenn der Ein-Euro-Effekt herausgerechnet werde, liege das durchschnittliche Lohnplus mit 0,8 Prozent immer noch unter der Inflationsrate.

Selbst Arbeitnehmer, die nach Tarif bezahlt wurden, mussten knausern: Ihre Gehälter stiegen um 1,2 Prozent - ein Inflationsausgleich fand hier demnach auch nicht statt. In die Statistik werden alle Arbeitnehmergruppen einbezogen - von geringfügig Beschäftigten über Beamte bis hin zu leitenden Angestellten und Vorstandsmitgliedern. Auch Weihnachtsgeld und andere Zusatzleistungen sind berücksichtigt.

Konsumlust trotz knapper Gehälter

Doch trotz der knappen Gehälter im vergangenen Jahr und der angespannten Arbeitsmarktlage scheint die Stimmung der Verbraucher gut zu sein, das zumindest besagt die neue GfK-Konsumklimastudie für März. Auch wenn die ganz große Euphorie zunächst vorbei ist, blicken die Deutschen optimistisch in die Zukunft. Der Index für das Konsumklima im März sei im Vergleich zum Vormonat um 0,2 Punkte auf 4,8 Punkte geklettert.

Die Verbraucher schätzten der Befragung zufolge allerdings sowohl ihre finanziellen Aussichten als auch die Konjunkturperspektiven etwas negativer ein. Der Index für die Konjunkturerwartungen sank um 1,2 Punkte auf 22,3 Zähler. Die Einkommenserwartungen gingen ebenfalls leicht um 1,3 auf 3,2 Punkte zurück. Die Neigung zu größeren Anschaffungen verschlechterte sich mit 8,4 auf 11,9 Punkte am stärksten.

Aus Sicht der GfK ist dies allerdings nur ein leichter Rückschritt auf hohem Niveau. Im Vormonat hatten sich die Konsumenten so optimistisch gezeigt wie seit fünf Jahren nicht mehr.

"Insgesamt ist die Stimmung der deutschen Verbraucher derzeit so stabil wie seit Jahren nicht mehr", lautet das Fazit der Nürnberger Marktforscher. "Das ist eine solide Basis, dass der Konsum 2006 erstmals seit Jahren wieder einen positiven Beitrag zum Wachstum leisten wird", sagte GfK-Chef Klaus Wübbenhorst der Nachrichtenagentur dpa-afx.

Das Wachstum des Konsums dürfte mit 0,5 Prozent allerdings noch relativ moderat ausfallen. "Die Konsumenten werden nicht gleich morgen die Kaufhäuser stürmen", dämpfte Wübbenhorst zu hohe Erwartungen. Als ständige Risikofaktoren nannten sie die anhaltend hohe Arbeitslosigkeit sowie neue finanzielle Belastungen für die Haushalte, darunter steigende Energiepreise und die geplante Mehrwertsteuererhöhung.

dpa-AFX/ddp/rtr