Henkel 420 Millionen Dollar für Deos

Der Konsumgüterkonzern Henkel setzt seine Einkaufstour in den USA fort und übernimmt zur Stärkung seiner Kosmetiksparte eine Reihe von Deodorant-Marken des Konkurrenten Procter & Gamble. Mit dem Zukauf rückt Henkel zur Nummer drei im US-Deodorant-Markt auf.

Düsseldorf - Der Kaufpreis für die Marken - unter anderem Right Guard und Soft & Dri -, die 2005 einen Umsatz von rund 275 Millionen Dollar erzielt hätten, liege bei rund 420 Millionen US-Dollar, teilte Henkel  mit.

"Diese Marken passen perfekt in unser Kerngeschäft der Körperpflege und werden das Wachstum und die Profitabilität dieses Geschäfts noch weiter erhöhen", kündigte der für die Sparte Kosmetik zuständige Vorstand Hans Van Bylen an. Die Transaktion soll noch im ersten Quartal 2006 abgeschlossen werden.

Die Deodorant-Marken erzielen rund 80 Prozent ihres Umsatzes in den USA. Ein wichtiger Absatzmarkt ist Großbritannien, aber auch in Lateinamerika und Australien sind die Deos vertreten. Die US-Kartellbehörden hatten Procter & Gamble  im Zuge der milliardenschweren Gillette-Übernahme die Trennung von den Marken zur Auflage gemacht. Henkel hat bereits Bac- und Fa-Deos im Programm.

25 Prozent des Umsatzes in den USA

Die bisher größte Übernahme in der Geschichte des durch Marken wie Persil oder Pritt bekannten Henkel-Konzerns war der US-Konsumgüterproduzent Dial. Henkel erwarb Dial im März 2004 für rund 2,9 Milliarden Dollar. Von der Nahrungsmittelsparte, die Henkel im Zuge des Dial-Kaufs mit übernahm, will sich der Konzern allerdings wieder trennen. "Wir stehen seit dem 17. Januar in Exklusiv-Verhandlungen", teilte Henkel am Dienstag mit. "Zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist eine begründete Einschätzung hinsichtlich des endgültigen Vertragsabschlusses nicht möglich." Das Geschäft mit Dosenfleisch setzte zuletzt gut 200 Millionen Dollar um.

Henkel

In den USA fuhr Henkel im vergangenen Jahr bereits knapp ein Viertel seines Umsatzes von 11,97 Milliarden Euro ein. Durch das Wachstum im Ausland will sich Henkel von der Konsumschwäche im deutschen Heimatmarkt abkoppeln.

Henkel konnte 2005 den Gewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) von 996 Millionen Euro auf 1,16 Milliarden Euro steigern. Netto erzielte Henkel einen Gewinn von 770 Millionen Euro, im Vergleich zu 748 Millionen Euro im Vorjahr.

Probleme bereitete dem Düsseldorfer Konzern aber das Kosmetikgeschäft, dessen operativer Gewinn im letzten Quartal des Jahres auf 88 Millionen Euro schrumpfte. Diese Sparte soll nun durch den Zukauf gestärkt werden.

dpa, rtr