Altana "Verkauf an Finanzinvestor schließe ich aus"

Der Konzern Altana ist weiterhin auf der Suche nach einem Partner für seine Pharmasparte. Nur eine begrenzte Zahl innovativer Arzneimittelhersteller komme in Frage, den Verkauf an einen Finanzinvestor schließt der Vorstandsvorsitzende Nikolaus Schweickart aus. Die Chemiesparte soll im Spätherbst an die Börse gebracht werden.

Bad Homburg - Der Börsengang der Chemiesparte des Pharma- und Spezialchemiekonzerns Altana  könnte nach den Worten von Firmenchef Nikolaus Schweickart gegen Ende des Jahres stattfinden. "Beim Börsengang lege ich mich nicht auf einen Monat fest, er könnte aus heutiger Sicht in der späten zweiten Jahreshälfte stattfinden", sagte Schweickart der "Süddeutschen Zeitung".

"Ob der Börsengang durch eine Abspaltung oder eine Fusion vom Chemiegeschäft mit der Holding geschieht, hängt davon ab, welche Lösung wir für die Pharmasparte finden." Für diese sucht Altana nach wie vor nach einem Partner. Dabei kommen Schweickart zufolge verschiedene Möglichkeiten in Betracht. Es gehe um den langfristigen Erhalt des Geschäfts. Den Aktionären stellte Schweickart eine zweistellig wachsende Dividende in Aussicht.

Die Chemiesparte sei in den vergangenen zehn Jahren schneller gewachsen als die Pharmasparte, erklärte der Altana-Chef. "Dieses Jahr streben wir einen Umsatz von 1,2 Milliarden Euro an." Er fügte hinzu: "Die Chemiesparte ist eine Perle und rentabel genug, um eigenständig notiert zu sein." Er rechne mit einem Firmenwert von 1,8 bis 2,0 Milliarden Euro. "Die Chemie ist dann ein attraktiver MDax-Kandidat."

Zur Suche nach einem Partner für die Pharmasparte sagte Schweickart: "Wir haben verschiedene strategische Optionen durchdacht und mögliche Partner identifiziert." Altana suche nach einer Firma, die international aufgestellt sei und an innovativen Medikamenten forsche, also nicht auf Nachahmerprodukte, patentfreie Medikamente oder Medizintechnik fokussiert sei.

Es gehe auch darum, die Werte und die Kultur von Altana zu erhalten. Dabei sei es egal, wo die Firma ihren Sitz habe. Einen Verkauf an einen Finanzinvestor schloss er aus. "Pharmafirmen als strategische Investoren passen besser zu uns."

Auf die Frage, ob der Partner eine Standortgarantie abgeben und die Arbeitsplätze von Altana in Deutschland sichern müsse, antwortete Schweickart: "Die Auslagerung von Einheiten gehört nicht zu einer Partnerschaft. Die geschaffenen Werte sollen erhalten bleiben." Er sprach von einer beschränkten Zahl möglicher Partner. Die Notwendigkeit solcher Partnerschaften sagte er auch für andere Konkurrenten voraus. Diese ergebe sich aus den Rahmenbedingungen, die sich in den vergangenen Jahren für die Pharmabranche verschoben hätten.

reuters

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