Samstag, 19. Oktober 2019

Steuerbetrug Millionenstrafe für HVB

Wegen einer Verwicklung in betrügerische Steuersparmodelle in den USA, muss die HypoVereinsbank 29,6 Millionen Dollar Strafe zahlen. Die Summe ist Teil eines Vergleichs vor einem New Yorker Bezirksgericht, den die Bank mit der Bundessteuerbehörde und der amerikanischen Bundesanwaltschaft geschlossen hatte.

New York - Die HypoVereinsbank (HVB) Börsen-Chart zeigen hat nach eigenen Angaben die strafrechtliche Verantwortung für das Angebot betrügerischer Abschreibungsmodelle übernommen. Zugleich willigte die Bank ein, auch künftig mit den US-Behörden bei deren laufenden Ermittlungen in einem groß angelegten Steuerbetrugsverfahren zu kooperieren, das auch andere Banken betrifft.

Künstliche Verluste: Betrügerische Abschreibungsmodelle der HVB in den USA
Die US-Behörden hatten die HVB der Beihilfe zum Betrug angeklagt. Der amerikanische Ableger der Bank habe - so der Vorwurf - wohlhabenden Kunden in den New-Economy-Boom-Jahren zwischen 1996 und 2002 geholfen, unter Vorgabe erschwindelter Verluste in Höhe von insgesamt 1,8 Milliarden Dollar rund eine halbe Million Dollar Steuern zu hinterziehen.

Dabei habe die Bank ein Steuersparmodell vermittelt, bei dem verschiedene Scheinkredite verbucht worden seien, die keinen anderen Zweck gehabt hätten, als künstliche Verluste zum Absetzen zu erzeugen. Die Bank erklärte, sie habe inzwischen die laufende Überwachung ihres Managements verbessert und den Rückzug aus dem Geschäft mit US-Steuersparmodellen angetreten.

"Die HVB hat bei den Ermittlungen der Regierung voll kooperiert und wird dies auch weiterhin tun", sagte der US-Geschäftsführer der Bank, Chris Wrenn. Darüber hinaus habe die HVB der US-Regierung "Beweise bezüglich betrügerischer Bank- und Überweisungsgeschäfte" eines früheren leitenden Mitarbeiters übergeben, der daraufhin seine Schuld eingestanden habe.

Das Verfahren gegen die HypoVereinsbank ist Teil eines Kampfs der US-Regierung gegen ein weltweites Netzwerk von Anbietern umstrittener Steuersparmodelle. Die New Yorker HVB-Tochter hatte sich dabei den Angaben zufolge an einem angeblichen Investitionsprogramm der Unternehmensberatungsgesellschaft KPMG beteiligt, bei dem den Ermittlungen zufolge allein Steuerverluste geschaffen werden sollten. KPMG hatte vergangenes Jahr 456 Millionen Dollar Geldstrafe nach einem Vergleich bezahlt.

ap

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