Mittwoch, 17. Juli 2019

Unternehmerblog, Serie 1 Länger arbeiten - wie sage ich es den Beschäftigten?

Die Private-Equity-Firma BPE, Kienbaum Consulting und manager-magazin.de starten den Unternehmerblog. In regelmäßiger Folge wollen wir mit Ihnen, werte Leser, reale Probleme des Geschäftsalltags diskutieren. Stehen Sie BPE-Partner Andreas Odefey mit Ihrer Erfahrung zur Seite. Thema des ersten Teils: Arbeitszeitverlängerung ohne Lohnausgleich. Wie gehe ich das heikle Thema an?

Der Standort Deutschland lebt von der Wettbewerbsfähigkeit seiner Produkte und Dienstleistungen. In einer globalisierten Welt setzt unsere unternehmerische Schlagkraft wettbewerbsfähige Kostenstrukturen auch beim Personalaufwand voraus.

 Andreas M. Odefey ist Gründungsgesellschafter der BPE. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, bevor er für die Berenberg Bank das Corporate-Finance- Geschäft aufbaute. 1998 gründete er zusammen mit seinen Partnern Aman Miran Khan und Claus-Ascan Jencquel die BPE Private Equity. Nach dem eigenen Management-Buy-out (MBO) operiert die BPE seit 2001 unabhängig.
Andreas M. Odefey ist Gründungsgesellschafter der BPE. Nach seiner Promotion arbeitete er zunächst als Rechtsanwalt, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer, bevor er für die Berenberg Bank das Corporate-Finance- Geschäft aufbaute. 1998 gründete er zusammen mit seinen Partnern Aman Miran Khan und Claus-Ascan Jencquel die BPE Private Equity. Nach dem eigenen Management-Buy-out (MBO) operiert die BPE seit 2001 unabhängig.
Zudem haben wir die Aufgabe, die Arbeitszeit unserer Mitarbeiter den Schwankungen der Nachfrage, das heißt den Höhen und Tiefen unserer Kapazitätsauslastung, anzupassen. Eine Flexibilisierung und Verlängerung der wöchentlichen Arbeitszeit auf mindestens 40 Stunden ist im internationalen Wettbewerb zum Erhalt des Wohlstandes in Deutschland unabdingbar. Wir können uns keine kürzeren oder aber starren Arbeitszeiten leisten.

Soweit die Theorie. Doch wie gehe ich das heikle Thema in unseren Beteiligungsfirmen an? In zwei unserer Unternehmen sind wir bei der Belegschaft und dem Management auf offene Ohren und viel Verständnis für die dramatische Situation gestoßen. Wir konnten in diesen Unternehmen, die außerhalb der Ballungsgebiete ihren Sitz haben, entsprechende Betriebsvereinbarungen schließen. Belegschaft und Betriebsrat zeigten sich dort im Interesse der Mitarbeiter unternehmerisch-kooperativ. Auch gibt es dort traditionell ein gutes Verhältnis zwischen Eigentümern, Management und Mitarbeitern.

In anderen Unternehmen hingegen scheint sich die Diskussion um längere Arbeitszeiten zu verhärten. Der Betriebsrat stellt sich gemeinsam mit der Gewerkschaft quer und propagiert die Linie: "Längere Arbeitszeiten? Nur über unsere Leiche!" Die Arbeitnehmer sind ob dieser Haltung gespalten. Die eine Gruppe drängt auf einen Kompromiss mit der Geschäftsleitung, die andere lehnt einen solchen ab.

Ich muss nur in die Gewinn- und Verlustrechnungen der Unternehmen schauen, um zu erkennen, dass der Anteil der Arbeitskosten in vielen Fällen zu hoch ist. Würden wir die Produktion etwa nach Osteuropa verlagern, könnten wir diesen Kostenblock um 40 bis 60 Prozent reduzieren.

Die Private-Equity-Firma BPE versteht sich als Eigenkapitalgeber für den Mittelstand. Aktuell hat BPE sieben Firmen im Portfolio, die jeweils zwischen 20 und 100 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Seit 1998 hat BPE bereits 16 Management-Buy-outs finanziert. Die Investoren der BPE sind deutsche institutionelle Anleger wie Banken, Pensionskassen und Versicherungen, Family Offices und Unternehmerfamilien. Als Zielrendite sind mindestens 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital realistisch.
Die Private-Equity-Firma BPE versteht sich als Eigenkapitalgeber für den Mittelstand. Aktuell hat BPE sieben Firmen im Portfolio, die jeweils zwischen 20 und 100 Millionen Euro Jahresumsatz erzielen. Seit 1998 hat BPE bereits 16 Management-Buy-outs finanziert. Die Investoren der BPE sind deutsche institutionelle Anleger wie Banken, Pensionskassen und Versicherungen, Family Offices und Unternehmerfamilien. Als Zielrendite sind mindestens 15 Prozent auf das eingesetzte Kapital realistisch.
Doch wir wollen mit allen unseren Beteiligungsfirmen in Deutschland bleiben. Wir werden beweisen, dass hier zu Lande nicht nur hochtechnische, sondern auch lohnintensive mittelständische Unternehmen eine Zukunft haben.

Welche Erfahrungen haben Sie mit der heiklen Diskussion über längere und flexiblere Arbeitszeiten gemacht? Wie arrangieren Sie sich mit Ihren Mitarbeitern, vertreten durch den kooperativ agierenden Betriebsrat? Wie strukturieren Sie Betriebsvereinbarungen? Wie finden Sie den Konsens mit Ihrer zukunftsorientierten Gewerkschaftsvertretung?

Für Tipps und Anregungen, wie die Thematik gelöst werden kann, sind wir Ihnen dankbar. Ihre Beiträge, die Sie uns in dem unten stehenden E-Mail-Feld zusenden können, werden gebündelt und auf manager-magazin.de veröffentlicht. Auch die Unternehmensberatung Kienbaum Consulting wird sich an diesem Blog beteiligen und ihre Einschätzung liefern, die ebenfalls veröffentlicht wird.

Ihr

Andreas Odefey


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