Konkurrenzmodell China testet eigenen Transrapid

Nach dem Start des von Siemens und ThyssenKrupp konstruierten Transrapid in Shanghai treibt die Volksrepublik einem Zeitungsbericht zufolge die Entwicklung eines Konkurrenzmodells voran. Deutsche Materialien oder Pläne seien bei der "eigenen Entwicklung", die im Juli getestet werden soll, nicht verwendet worden, heißt es.

Bereits im Juli wollen chinesische Forscher in Shanghai eine eigene Schwebebahn testen, berichtet die Tageszeitung "Die Welt" (Mittwochausgabe). Die Bahn soll eine Geschwindigkeit von 500 Kilometern pro Stunde erreichen und wäre damit so schnell wie der deutsche Transrapid.

Der für die Entwicklung zuständige Ingenieur Zheng von der Chengdu Flugzeuggruppe (Chengdu Aircraft Industry Cooperation, CAC), die die neue Zugsektion baut, sagte der Zeitung, dass es sich um eine "eigene Entwicklung handelt. Wir haben keine deutschen Materialien oder Pläne verwendet und auch nichts vom Shanghaier Transrapid genommen."

Transrapid-Vertreter in Peking wollten keinen Kommentar abgeben. In Berlin verwies ein Konzernsprecher laut Zeitungsbericht darauf, dass das Konsortium von einem "Prototyp ausgeht, der auf einer relativ kurzen Teststrecke von 1,5 Kilometern Länge auf dem Gelände der Tongji-Universität in Shanghai zunächst mit maximal 100 Kilometern pro Stunde erprobt werden wird. Sein Entwicklungsstand sei keineswegs vergleichbar mit dem deutschen Transrapid.

Teststrecke soll Transrapidstrecke in allen Einzelheiten gleichen

Nach Informationen der Welt soll die Teststrecke in Shanghai mit ihrem Fahrweg und der Montagehalle der in Pudong in Betrieb genommenen 31,5 Kilometer langen Transrapidstrecke in allen Einzelheiten gleichen. Im Fahrweg würden die gleichen Statorpakete und Wicklungen für den elektromagnetischen Antrieb verwendet.

Die Chengdu CAC-Gruppe, die seit 1958 eine der größten Werften für den militärischen Flugzeugbau Chinas ist und 15.000 Mitarbeiter beschäftigt, erklärte, dass sie im Besitz "eigenständiger und unabhängiger Eigentumsrechte" an Chinas Schnellbahn ist.

"Bald in die Serienfertigung"

Ingenieur Zheng bestätigte, dass die Magnetschwebebahn wie auch der Transrapid mit Strom betrieben wird. Die Kontrolltechnik sei allerdings anders als die deutsche. Die Chengdu-Entwicklung sei daher mit dem deutschen Transrapid nicht kompatibel und könnte auch nicht mit diesem gemeinsam eingesetzt werden.

Der in den Farben Grün und Blau lackierte Prototyp wird seit dem 29. September in Chengdu gebaut. Im April soll er vollständig fertig sein und in Shanghai ab Juli getestet werden. Vizeingenieur Zheng sagte: "Wenn die Testreihe mit der ersten Zugsektion erfolgreich ist, können wir in die Serienfertigung gehen."

vwd/djn

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