Unternehmensteuer Wirtschaftsweise streiten über eigenes Konzept

Kaum ist das neue Modell der fünf Wirtschaftsweisen zur Reform der Unternehmensteuer veröffentlicht, kommt bereits Kritik aus den eigenen Reihen. Der Wirtschaftsweise Peter Bofinger hält die Kosten für "viel zu hoch" und das Modell für nicht zielführend.

Berlin - "Die Kosten für eine solche Unternehmensteuerreform sind viel zu hoch und führen nicht zum Ziel", sagte das Mitglied des Sachverständigenrates, Peter Bofinger, der "Financial Times Deutschland". Das Ziel, die Steuerbelastung von Unternehmen auf ein international konkurrenzfähiges Niveau zu senken, werde nicht erreicht. Stattdessen würden Personengesellschaften bevorzugt.

Die Arbeitnehmer blieben gemessen an den Firmen relativ hoch belastet, so die Kritik Bofingers. Außerdem sei die Rechtsformneutralität zwischen Kapital- und Personengesellschaften mit dem neuen Konzept nicht gewährleistet.

Nach dem am Montag vorgestellten Steuerkonzept wollen die fünf Wirtschaftsweisen die Unternehmen von bis zu 22 Milliarden Euro Steuern entlasten. Der Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung schlägt unter anderem die Einführung einer dualen Einkommensteuer vor.

Unternehmensgewinne sollen dabei - abhängig von der Höhe des jeweiligen Eigenkapitals - unterschiedlich besteuert werden. Eine Gegenfinanzierung hat das Beratergremium der Regierung nicht vorgeschlagen. Nach dem Modell wird bei der Besteuerung zwischen Kapitaleinkommen und Arbeitseinkünften unterschieden.

Kapitaleinkünfte werden gemessen an der Spitzenbelastung für Arbeitseinkommen, die bei 42 Prozent verbleiben soll, deutlich günstiger behandelt. Die Regierung will noch in diesem Jahr ihre Vorstellungen zur Unternehmensteuerreform darlegen, die dann 2008 in Kraft treten soll.

reuters

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