Opel Neue Sorge um Bochum

9500 gestrichene Stellen hatten die Kumpel bei Opel zuletzt ertragen müssen, im Gegenzug aber eine Bestandsgarantie für die 6000 Beschäftigten im Werk Bochum erhalten, die bis Ende dieses Jahres gilt. Nun regt sich Sorge, dass es hier bald zu weiteren Kürzungen kommen könnte. Das Management widerspricht.

Rüsselsheim/Bochum - Das Opel-Management dementiert Meldungen über neue Stellenstreichungen, die auch das Werk Bochum treffen könnten. Der Bochumer Betriebsrat hatte den "Ruhr Nachrichten" erklärt, noch im Sommer solle eine komplette Astra-Schicht an einem der drei europäischen Astra-Produktionsstandorte geschlossen werden. Betroffen wären 1000 Mitarbeiter in Bochum, Antwerpen oder Ellesmere Port (England), sagte der Bochumer Betriebsratsvorsitzende Rainer Einenkel.

Dem widersprach das Unternehmen nun. Es würden keine weiteren Stellen gestrichen. "Die Restrukturierung ist weitgehend umgesetzt, es gibt keine neuen Pläne", sagte ein Opel-Sprecher.

"Alle drei Standorte sind aktuell auf Basis der guten Kundennachfrage nach dem erfolgreichen Modell Astra zufrieden stellend ausgelastet", teilte der Autobauer mit. Im Jahr 2005 seien in Europa insgesamt 515.000 Astra neu zugelassen worden gegenüber 403.000 im Jahr 2004. Erst wenn wie allgemein üblich im weiteren Lebenszyklus des Modells die Nachfrage sinke, werde man die Kapazitäten anpassen. Der Gesamtbetriebsrat in Rüsselsheim erklärte, ein solcher Schritt könne über Arbeitszeitverkürzung erfolgen.

Der im März 2005 vereinbarte Sanierungsplan sichert dem Bochumer Werk drei Schichten bis Ende 2006. Mit 60.000 produzierten Fahrzeugen im Jahr 2004 ist Bochum der kleinste Astra-Standort. In Ellesmere Port liefen im gleichen Zeitraum 120.000, in Antwerpen 230 000 Astra vom Band. Im Rahmen des "Zukunftsvertrags", der auch die Stellensicherung für Bochum festschrieb, hatte Opel insgesamt 9500 Stellen gestrichen.

dpa

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