DBA Helios-Gründer steigt ein

Nach dem Verkauf der Helios-Kliniken für 1,5 Milliarden Euro hat Helios-Gründer Lutz Helmig eine Anlagemöglichkeit gefunden: Er steigt bei der Fluggesellschaft DBA ein. Die Fluglinie ist nach dem Ausstieg des ehemaligen Mehrheitsgesellschafters Hinrich Bischoff froh, wieder einen finanzkräftigen Investor an Bord zu haben.

München - Über seine Aton GmbH habe Helmig 25,1 Prozent der Anteile an der dba übernommen, teilte die DBA am Montag in München mit. Das Grundkapital der DBA, die sich als zweitgrößte innerdeutsche Fluggesellschaft bezeichnet, wird zugleich von bisher gut 10 Millionen auf 20 Millionen Euro aufgestockt.

"Mit Dr. Helmig haben wir einen potenten Finanzinvestor gewonnen, der unsere Unternehmensstrategie teilt und unser Wachstum fördert", erklärte DBA-Aufsichtsratschef Hans Rudolf Wöhrl. Über den Kaufpreis sei Stillschweigen vereinbart worden. Es handele sich aber um ein "relevantes Investment", sagte ein Sprecher der Fluggesellschaft.

Mit dem Schritt wird die Hängepartie nach dem überraschenden Wiederausstieg des ehemaligen DBA-Mehrheitsgesellschafters und Germania-Inhabers Hinrich Bischoff Anfang Juli 2005 beendet. Bischoff starb im vergangenen November. Die DBA sichere sich durch den neuen Investor die Selbstständigkeit und lege den Grundstein für das geplante Wachstum, sagte der Unternehmenssprecher.

"Börsengang vorerst kein Thema mehr"

Auch für die im Herbst vergangenen Jahres getätigte Bestellung von 40 neuen Boeing-Flugzeugen verschaffe man sich zusätzliche Finanzkraft. "Wir wollen möglichst viele davon ins Eigentum übernehmen." Bisher sei die Finanzierung von zehn der 40 Maschinen gesichert gewesen, nun könnte sich der Anteil vergrößern.

Nach dem Einstieg Helmigs liegen künftig 59,9 Prozent der DBA-Anteile bei der Intro GmbH von DBA-Aufsichtsratschef Hans Rudolf Wöhrl. Die Aton GmbH Helmigs kommt auf 25,1 Prozent und die beiden DBA-Geschäftsführer Martin Gauss und Peter Wojahn halten jeweils 7,5 Prozent. Wöhrl bleibt Aufsichtsratsvorsitzender, Helmig wird neues Mitglied des Gremiums.

Ein Börsengang sei damit nun vorerst kein Thema mehr, sagte Wöhrl. Es sei aber grundsätzlich denkbar, die neu bestellten Maschinen in eine eigene Gesellschaft auszugliedern und dieses Unternehmen zur Finanzierung irgendwann an die Börse zu bringen. Es sei auch vorstellbar, dass Helmig der Fluglinie weitere Finanzmittel zur Verfügung stelle.

Verkauf der Helios-Kliniken an Fresenius

Helmig und seine Familie hatten im Herbst vergangenen Jahres 94 Prozent der Anteile an der Helios Kliniken GmbH für 1,5 Milliarden Euro an den Gesundheitskonzern Fresenius verkauft. Es sei von großer Bedeutung für das Unternehmen gewesen, einen kapitalstarken deutschen Investor für die dba zu gewinnen, erklärte Wöhrl. "Die DBA ist vom Unternehmertum geprägt, da passt ein erfahrener Firmengründer viel besser zu uns als anonymes Venture Capital."

Die Prognosen für das laufende Geschäftsjahr 2005/06 (31. März) bekräftigte die Fluggesellschaft. Im laufenden Geschäftsjahr will die DBA Umsatz und Passagierzahlen um jeweils rund 40 Prozent steigern. Konkret rechnet das Unternehmen mit Erlösen von rund 400 Millionen Euro und 4,3 Millionen Passagieren. "Für das kommende Geschäftsjahr 2006/07 ist erneut eine erhebliche Umsatzsteigerung auf weit über 500 Millionen Euro geplant, die Passagierzahl soll um 30 Prozent auf über 5,5 Millionen Euro gesteigert werden", hieß es. Auch die Eröffnung weiterer innerdeutscher Verbindungen sei vorgesehen.

dpa

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