Volkswagen Bernhard droht mit Werksschließungen

Der Autobauer will seine Produktivität binnen drei Jahren um 30 Prozent steigern. VW-Markenchef Wolfgang Bernhard spricht von der Schließung unrentabler Bereiche. Die VW-Aktie, die bereits am Freitag auf Grund der harten Sanierungspläne auf ein Dreijahreshoch geklettert war, legt weiter zu.

Wolfsburg - Erste Pilotprojekte zeigten, dass eine Produktivitätssteigerung in dieser Größenordnung möglich sei, sagte VW-Markenchef Wolfgang Bernhard in einem am Montag veröffentlichten Interview der VW-Betriebszeitung "autogramm".

Darüber hinaus müssten Fertigungszeit und Komplexität von Automodellen, die jetzt entwickelt würden, sehr stark verringert werden. Für Bereiche, die weit von der Wettbewerbsfähigkeit entfernt seien, müsse eine Schließung ins Auge gefasst werden. "Oder wir finden einen Partner, der die Bereiche übernimmt und besser als wir in der Lage ist, die Arbeitsplätze zu erhalten", sagte Bernhard. "Die gefährdeten Bereiche müssen entschlossen ertüchtigt werden."

Die Aktie von Volkswagen  setzte am Montag ihren Höhenflug fort. Bereits am Freitag hatte das Papier knapp zehn Prozent zugelegt, nachdem VW angekündigt hatte, dass Sanierungsprogramm und Stellenabbau weiter vorangetrieben werden.

"Niedergang der Wettbewerber in den USA"

Personalvorstand Horst Neumann kündigte an, dem Betriebsrat noch in dieser Woche das Sanierungspaket zu erläutern, das Konzernchef Bernd Pischetsrieder am Freitag dem Aufsichtsrat präsentiert hatte. Die Konzernspitze wolle zügig zu Ergebnissen kommen.

"Wir wollen nicht zusehen, wie uns Toyota  und andere davonfahren", fügte Neumann hinzu.

Bernhard ergänzte, wenn die Probleme nicht jetzt nicht gelöst würden, stehe langfristig das gesamte Unternehmen auf dem Spiel. "Es kann nicht unser Ziel sein, langsam niederzugehen wie Wettbewerber in den USA", sagte Bernhard und spielte damit auf die Existenzkrise der US-Konkurrenten General Motors  und Ford  an.

Modell "Auto 5000" soll ausgeweitet werden

Der Konzern erwägt Kreisen zufolge im Zuge der Sanierung eine Ausweitung der Arbeitsbedingungen seiner kostengünstigen Tochter "Auto 5000" auf möglichst alle Beschäftigte in den deutschen Werken.

Am Freitag hatte der Konzern eine umfassende Restrukturierung angekündigt, mit der bis zu 20.000 Arbeitsplätze in den unrentablen und zu schwach ausgelasteten Werken in Westdeutschland auf den Prüfstand gestellt werden.

Experten gehen davon aus, dass eine Ausweitung der Arbeitszeit auf 35 Wochenstunden bei VW dazu führen dürfte, dass die Werke im Westen noch mehr Beschäftigte zu viel an Bord haben. Bis zu 14.000 Beschäftigte sollen in den nächsten Jahren allein vorzeitig in den Ruhestand geschickt werden.

rtr

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