Arcelor-Übernahme Mittal wirbt bei IG Metall

Im Tauziehen um Arcelor hat der weltgrößte Stahlkonzern Mittal bei einem Treffen mit Vertretern der IG Metall um Unterstützung geworben. Arcelor beschäftigt in Bremen, Eisenhüttenstadt und Thüringen rund 8000 Mitarbeiter. Nach dem Treffen mit der Gewerkschaft dürfte Mittal auch bei deutschen Investoren vorfühlen.

Frankfurt am Main - Vertreter von Mittal  und der Gewerkschaft kamen am Donnerstag in Frankfurt zu einem ersten Arbeitstreffen zusammen, wie eine IG-Metall-Sprecherin bestätigte. Ihren Worten zufolge ging die Initiative von Mittal aus.

Die Gewerkschaft wolle erfahren, welche Positionen das Unternehmen zur Standort- und Beschäftigungssicherung sowie zum Thema Mitbestimmung vertrete.

Mittal gehören in Deutschland die Hamburger Stahlwerke und das Stahlwerk Ruhrort. Nach Angaben der IG Metall hat der Konzern hier zu Lande rund 1800 Beschäftigte.

Mittal plant Übernahme im ersten Halbjahr

Die hiesigen Arcelor-Standorte sind die Stahlwerke Bremen, Eko Stahl in Eisenhüttenstadt und das Stahlwerk Thüringen. In Deutschland beschäftige der in Luxemburg ansässige Konzern etwa 8000 Mitarbeiter, sagte die Gewerkschaftssprecherin. Hinzu komme die Arcelor-Beteiligung Dillinger Hütte mit rund 5500 Mitarbeitern.

Mittal will den Kauf von Arcelor deutlich vor Ende des zweiten Quartals abschließen. Die Regierungen Luxemburgs, Frankreichs und Spaniens machen Front gegen die Pläne, da sie eine feindliche Übernahme ablehnen.

Das Arcelor-Management lehnt die knapp 19 Milliarden Euro schwere Offerte ab. Der französische Finanzminister Thierry Breton hatte von einem überhasteten Angebot gesprochen. Mittal habe bisher nicht darlegen können, wie die gegensätzlichen Unternehmenskulturen integriert werden sollen.

Mittal wird von dem aus Indien stammenden Milliardär Lakshmi Mittal kontrolliert. Der als harter Sanierer bekannte Stahlmagnat ist eigens nach Europa gereist, um zusammen mit seinem Sohn und Mittal-Finanzchef Aditya Mittal die Bedenken gegen die Übernahme-Pläne und Ängste um Arbeitsplätze zu zerstreuen.

Der "Börsen-Zeitung" zufolge wollte Lakshmi Mittal am Donnerstag in Frankfurt eintreffen, um institutionelle Investoren aus Deutschland für seine Pläne zu gewinnen.

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