Volkswagen Betriebsrat bangt um Komponentenwerke

Bisher betreibt Volkswagen die Produktion von Achsen und Getrieben in eigenen Werken. Weil das stellenweise teurer ist, als Zulieferer einzuschalten, hatte VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard angedeutet, dass einige Bereiche verkauft werden könnten. Der Betriebsrat kündigt jetzt Widerstand an.

Wolfsburg - Der VW-Betriebsrat hat angekündigt, dass er sich gegen einen möglichen Verkauf von Komponentenwerken des Konzerns stellen wird.

"Vorrangiges Ziel darf nicht der Verkauf sein. Stattdessen müssen Entwicklung, Organisation und Fertigung unter die Lupe genommen, verbessert und strategisch so aufgestellt werden, dass man im Wettbewerb bestehen kann", sagte Betriebsratschef Bernd Osterloh am Dienstag in Wolfsburg.

Volkswagen  hat zur Verbesserung des Ertrags die gesamte Komponentenfertigung auf den Prüfstand gestellt. Der Konzern unterhält große Fabriken zur Produktion von Motoren, Getrieben, Achsen und mehr unter anderem in Kassel, Salzgitter oder Braunschweig. Wenn diese Werke teurer arbeiten als externe Zulieferer, will VW-Markenvorstand Wolfgang Bernhard reagieren.

Osterloh: "Wertschöpfung mit Komponenten erreichen"

Zu Jahresbeginn sagte er über die laufende Untersuchung: "Dabei deutet sich an, dass wir viele Bereiche haben, wo wir nicht wettbewerbsfähig sind." Als denkbare Lösungen für diese Bereiche nannte er: Sanierung, Verkauf, Betreiben mit einem Partner oder Schließung. Er nannte keine Werke beim Namen.

Betriebsratschef Osterloh lehnt diesen Weg ab: "Es kann doch nicht sein, dass sich Volkswagen derart abhängig von Zulieferern macht und sich am Ende nur noch auf den Zusammenbau von Fahrzeugen beschränkt. Es ist allgemein bekannt, dass sich damit allein kein Geld verdienen lässt. Die eigentliche Wertschöpfung liegt jetzt und zukünftig noch stärker im Bereich der Komponenten". Erst wenn ein Verkauf langfristig betriebswirtschaftlich einen Sinn für das Unternehmen in Gänze mache und die Interessen der dort Beschäftigten gewahrt blieben, dann könne man darüber reden.

Der Belegschaftsvertreter drohte: "Für wen wir austauschbar sind, der ist auch für uns austauschbar." Erst Ende 2005 hatten die Arbeitnehmervertreter im Aufsichtsrat einen Probe ihrer Macht abgeliefert: Zusammen mit Aufsichtsratschef Ferdinand Piech machten sie gegen den Willen des Vorstandes den IG Metaller Horst Neumann zum neuen Personalvorstand.

ap

Mehr lesen über
Die Wiedergabe wurde unterbrochen.