20 Werke weniger Kraft streicht 8000 Stellen

Der Lebensmittelriese Kraft Foods will bis 2008 weitere 8000 Mitarbeiter entlassen und 20 Werke schließen. Ob auch eines der sechs deutschen Werke dichtmachen muss, ist bislang noch offen.

New York - Dies hat der zweitgrößte Lebensmittelhersteller der Welt am Montag nach Börsenschluss bekannt gegeben. Betroffen sind rund acht Prozent der Gesamtbelegschaft. Kraft hat im Rahmen des neuen Kostensenkungsprogramms allerdings bisher nur die Schließung eines Werkes in Australien und eines Betriebes in Alabama angekündigt.

Welche anderen Lebensmittelfabriken schließen werden, ließ Kraft offen. In Deutschland betreibt Kraft sechs Werke in Elmshorn, Bremen, Berlin, Bad Fallingbostel, Lörrach und München. Der Konzern ist hierzulande unter anderem mit den Marken Jacobs Kaffee, Kaffee HAG, Milka, Miracoli, Philadelphia Frischkäse oder Miracel Whip vertreten.

Das neue Schlankheitsprogramm kostet 2,5 Milliarden Dollar (2,0 Milliarden Euro) und soll Vorsteuer-Ersparnisse von 700 Millionen Dollar pro Jahr bringen.

Der weitere massive Stellenabbau kommt zusätzlich zu der Streichung von 5500 Stellen und der Schließung von 19 Betrieben im Zuge eines 2004 angekündigten Kostensenkungsprogramms.

Jahresgewinn bei 2,6 Milliarden Dollar

Die Gesellschaft, die mehrheitlich zum weltgrößten Zigarettenhersteller Altria  gehört, hat im vergangenen Jahr 34,1 Milliarden Dollar umgesetzt oder sechs Prozent mehr als in 2004. Der Jahresgewinn lag bei 2,6 (Vorjahr: 2,7) Milliarden Dollar oder 1,55 (1,55) Dollar je Aktie, gab Kraft weiter bekannt. Kraft litt unter gestiegenen Rohstoffkosten.

Der Umsatz erhöhte sich im Schlussquartal 2005 um zehn Prozent auf 9,7 Milliarden Dollar und der Gewinn um 23,1 Prozent auf 773 Millionen Dollar oder 46 (37) Cent je Aktie. Die Gesellschaft erwartet für 2006 einen Jahresgewinn von 1,38 bis 1,43 Dollar je Aktie, wobei sich Restrukturierungskosten mit 50 Cent je Aktie auswirken werden.

Branchenkenner verwiesen auf das langsamere Wachstum vor allem im US-Markt. Die Amerikaner gehen inzwischen viel öfter in Fast-Food- und andere Restaurants, was zu Lasten der Lebensmittelfirmen und der Supermarktkonzerne geht. Kraft versucht sich seinerseits mit neuen Produkten auf veränderte Geschmackstrends einzustellen.

Konzernchef Roger K. Deromedi erwartet auch für 2006 ein Umfeld mit Herausforderungen, doch hofft er angesichts der stärkeren Marken- und aggressiven Kostensenkungsprogramme auf zukünftige bessere Ergebnisse.

manager magazin mit Material von dpa

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