Freie Anbieterwahl Durchbruch im Gasstreit

Die Gasnetzbetreiber in Deutschland haben sich mit der Bundesnetzagentur auf eine Kooperation verständigt, um einen "diskriminierungsfreien Zugang" zu den Gasnetzen zu ermöglichen. Private Gaskunden sollen noch im Laufe dieses Jahres ihren Gasanbieter frei wählen können.

Bonn/Berlin - Es sei eine grundsätzliche Einigung darüber erzielt worden, wie Wettbewerber künftig einfacher Zugang zu den Gasnetzen der großen Betreiber in Deutschland bekommen können, sagte der Präsident der Bundesnetzagentur, Matthias Kurth. Dies sei ein Meilenstein auf dem Weg zu einem transparenten Gasnetz-Zugangsmodell.

Kurth betonte, er baue auf die "klaren festen Zusagen der Verbände", ihre aus dem Energiewirtschaftsgesetz folgende Kooperationspflicht umzusetzen. Es sei aber bis zur endgültigen Umsetzung der grundsätzlichen Vereinbarung in konkrete Vertragstexte noch ein umfangreiches Stück Arbeit zu leisten. Ziel sei es, bis zum 1. Oktober 2006 den Gasnetzzugang nach neuen Strukturen zu ordnen.

Der Verband kommunaler Unternehmen (VKU) erklärte in Köln, das Modell erfülle die im Energiewirtschaftsgesetz und in der Gasnetzzugangsverordnung geforderten Ziele von "Transparenz und Nichtdiskriminierung" für Händler. Eine effiziente Kapazitätsnutzung werde ermöglicht, meinte VKU-Präsident Gerhard Widder. "Nachdem die Grundstrukturen stehen, sind die weiteren Details einschließlich der erforderlichen Verträge in den nächsten Monaten zu erarbeiten."

Energieanbieter, -händler und -abnehmer fordern im bisher verschachtelten und monopolistischen Gasmarkt einen "diskriminierungsfreien Wettbewerb". Dies werde auch die Netzentgelte als Teil der Gaspreise senken.

Nach Aussage von Bundeswirtschaftsminister Michael Glos (CSU) ist die Einigung auf ein neues Gasverteilsystem "ein großer Schritt auf dem Weg zu mehr Wettbewerb auf dem Gasmarkt". Mit diesem Modell werde der Netzzugang für Dritte vereinfacht und damit auch der Lieferantenwechsel deutlich erleichtert, erklärte der Minister in Berlin.

ap, dpa

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