Deutsche Bank Ackermann erreicht magische 25 Prozent

Nach Schätzungen von Analysten wird Vorstandssprecher Josef Ackermann bei der Bilanzvorlage an diesem Donnerstag ein Vorsteuerergebnis von knapp 6,4 Milliarden Euro verkünden. Alle Sorgen ist der Schweizer damit aber mitnichten los.

Frankfurt am Main - Nach Meinung von Bankanalysten dürfte Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann am Donnerstag einen Vorsteuergewinn in Höhe von knapp 6,4 Milliarden Euro präsentieren. Dies würde einen Zuwachs von 54 Prozent im Vergleich zu 2004 bedeuten. Ackermann hätte damit auch sein ehrgeiziges Ziel einer Eigenkapitalrendite vor Steuern und Restrukturierungskosten von 25 Prozent (2004: 17 Prozent) erreicht.

Trotz des auf den ersten Blick erfreulichen Zahlenwerks sehen Experten aber auch weiterhin eklatante Schwächen bei Deutschlands größter Bank. So werfen Kritiker Ackermann vor, dass zum Beispiel das gute Ergebnis im Privatkundengeschäft vor allem auf unterlassene Investitionen, sprich Kosteneinsparungen, zurückzuführen sei. Darüber hinaus hätte zur Erreichung des Renditezieles auch die Verringerung des Kapitals durch Aktienrückkäufe sowie die Verkäufe von Geschäftsbereichen und Beteiligungen beigetragen.

Zusätzlich muss Bank-Primus Ackermann im zweiten Durchgang des Mannesmann- Prozesses in diesem Jahr wieder auf der Anklagebank Platz nehmen. Aktionärsschützer und Politiker hatten bereits den Rücktritt des Schweizers gefordert. Es wird jedoch erwartet, dass der Aufsichtsrat den Vertrag des Managers bereits am Mittwoch um zwei oder drei Jahre verlängert.

Noch einige Zeit weitermachen wird nun wohl auch Personalvorstand Tessen von Heydebreck, der ursprünglich Mitte des Jahres in den Ruhestand gehen sollte. Zuletzt war noch darüber spekuliert worden, dass die frühere IBM-Managerin Juliane Wiemerslage Heydebreck nach der diesjährigen Hauptversammlung beerben könnte.

Auf Widerstand stößt indes der Wechsel des ehemaligen Staatssekretärs im Bundesfinanzministerium, Caio Koch-Weser, zur Deutschen Bank . Derzeit wird vom Ministerium geprüft, ob Koch-Weser die Bank früher bei der Vergabe von Aufträgen bevorzugt hat. Offen ist, ob das Kreditinstitut am Donnerstag neue Angaben zur Zukunft des offenen Immobilienfonds macht, der im Dezember vorübergehend geschlossen wurde. Die Maßnahme war von allen Seiten scharf kritisiert worden.

manager-magazin.de mit Material von dpa

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