Karmann "Wir stehen vor dem Exodus"

Europas größter Cabrio-Hersteller Karmann will zahlreiche Stellen am Standort Osnabrück streichen. Genaue Zahlen sind bisher noch nicht bekannt. Grund für den Stellenabbau ist nach Angaben der Unternehmensleitung die Drosselung der Produktion des Chrysler-Modells Crossfire.

Osnabrück - Der Autohersteller Karmann will in diesem Jahr zahlreiche Stellen streichen. "Wir werden mit dem Betriebsrat über eine Absenkung der Beschäftigung verhandeln müssen", sagte Firmenchef Bernd Lieberoth-Leden der "Neuen Osnabrücker Zeitung". Der Stellenüberhang sei "erheblich".

Der Vorsitzende der Geschäftsführung fügte hinzu: "Wir werden einen Sozialplan für das zweite Halbjahr machen müssen." Karmann beschäftigt in Osnabrück 5300 Personen.

Hauptgrund für den geplanten Jobabbau ist die Drosselung der Produktion des Chrysler-Modells Crossfire. Der Zweisitzer wird seit dem Jahr 2003 bei Karmann hergestellt und erreichte 2004 mit 35.676 Autos seinen Produktionshöchststand.

2005 ging die Fertigung auf knapp 12.500 Fahrzeuge zurück. Es sei zu befürchten, dass diese Zahl 2006 halbiert werde, sagte der stellvertretende Vorsitzende des Betriebsrats, Wolfram Smolinski. Lieberoth-Leden betonte, Gespräche darüber mit Chrysler dauerten noch an.

Weil die Auftragslage bei Karmann stark fremdbestimmt sei, halte sich der Betriebsrat mit Kritik an der Geschäftsführung zurück, sagte Smolinski. Man werde versuchen, auf Politik und Automobilhersteller einzuwirken: "Wir müssen denen klar machen, dass wir hier vor dem Exodus stehen."

dpa, ddp

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