Dresdner Bank Rendite und Rechtsstreit

Während der neue Chef der Investmentbank DrKW stattliche Gewinne vorhersagt, nehmen die Juristen des Hauses zu einem unangenehmen Thema Stellung: Die Diskriminierungsklage von sechs Mitarbeiterinnen. Die Bank fordert, dass Passagen aus der Anklage gestrichen werden und eine Klägerin vom Verfahren ausgeschlossen wird.

Frankfurt am Main - Die Investmentbank Dresdner Kleinwort Wasserstein (DrKW) steht nach den Worten ihres neuen Leiters Stefan Jentzsch nicht vor einem größeren Personalabbau.

"Einen Stellenabbau sehe ich nicht, allenfalls in sehr kleinem Ausmaß", sagte Jentzsch in einem Interview der "Financial Times Deutschland" (Montagausgabe). Insgesamt solle der Fokus darauf liegen, mit der Zusammenlegung der DrKW und dem Firmenkundengeschäft der Dresdner Bank die Erträge zu steigern.

"Ich will nicht riskieren, DrKW zu Tode zu sparen."

Die Investmentbank, die mit hohen Kosten und einer noch niedrigen Rendite von unter zehn Prozent vor Steuern kämpft, hat rund 9000 Mitarbeiter und gehört über die Dresdner Bank zum Münchener Finanzkonzern Allianz . Die Dresdner Bank hatte zuletzt angekündigt, im Februar über einen möglichen Stellenabbau entscheiden zu wollen. Medienberichten zufolge sind mindestens 2000 Stellen gefährdet.

Jentzsch will die Vorsteuerrendite der DrKW in zwei bis drei Jahren auf mehr als 20 Prozent hieven. "Wenn die Märkte so gut laufen wie im letzten Jahr, sind langfristig 30 Prozent brutto angebracht."

DrKW greift Klageschrift von sechs Frauen an

Kopfzerbrechen dürfte dem DrKW-Management dagegen die Klage von sechs Beschäftigten bereiten, die 1,4 Milliarden Dollar Entschädigung im Namen von "mindestens 500 Frauen", die DrKW angeblich benachteiligte.

Die Bank beantragte beim zuständigen New Yorker Gericht, Passagen aus der Klageschrift zu entfernen. Zudem verlangten die Juristen des Finanzinstituts, die in London ansässige Klägerin Katherine Smith aus dem Verfahren zu nehmen. Ihr Fall solle vor einem britischen Gericht verhandelt werden, forderte die Bank.

Weiterhin wird moniert, die Klägerinnen hätten in ihrer Anklage über Themen berichtet, die mit dem Diskriminierungsvorwurf nichts zu tun hätten: Dazu zählten die Bemerkung, ein früherer DrKW-Chef habe eine uneheliche Tochter mit einer Assistentin; und die Schilderung, ein nicht namentlich benannter DrKW-Banker in New York hätte mittags gern Prostituierte ins Büro mitgebracht. Diese Angaben „dienen keinem Zweck, als Aufmerksamkeit zu erzeugen“, heißt es in dem Gegenantrag.

Auch den Bericht von DrKW-Mitarbeiterin Jyoti Ruta, der in den vergangenen Tagen die meiste Aufmerksamkeit in den Medien erregte, hält die Bank für nicht richtig. Ruta, die in der Kapitalmarkt-Abteilung in New York arbeitet, behauptet, dass sie von ihren männlichen Kollegen kurz nach dem Zustandekommen eines wichtigen Deals gebeten worden sei, ein Dinner zur Feier des Ereignisses frühzeitig zu verlassen. Die männlichen Kollegen feierten anschließend, so die Darstellung der Klägerin, mit ihren Kunden in einem Strip-Lokal weiter - ohne weibliche Kollegen.

manager-magazin.de mit Material von rtr

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