Ölpreis "Wir haben keine Kontrolle"

Trotz des hohen Ölpreises erwägt die Organisation Erdöl exportierender Staaten (Opec), die Fördermenge zu drosseln. Vom Ziel stabiler Preise hat sich das Kartell offenbar verabschiedet: "Wir haben keine Kontrolle darüber", sagte Opec-Präsident Edmund Daukoru. Am Dienstag treffen sich die Opec-Vertreter in Wien.

Davos - Diese Frage soll am Dienstag bei einem Treffen in Wien diskutiert werden, wie der Opec-Präsident und nigerianische Ölminister Edmund Daukoru dem "Handelsblatt" (Montagsausgabe) am Rande des Weltwirtschaftsforums in Davos sagte. Das könnte zu einem weiteren Anstieg des Ölpreises führen, der jüngst erst auf 65 Dollar pro Barrel (159 Liter) geklettert war.

"Wir achten darauf, dass der Weltmarkt auf lange Sicht gut mit Öl versorgt ist. Und das ist er. Wir haben aufgehört, einen bestimmten Preis verteidigen zu wollen", sagte Daukoru dem Blatt. Einen neuen Zielkorridor für einen aus Sicht der Opec sinnvollen Ölpreis wollte Daukoru nicht nennen.

Vor zwei Jahren hatte die Opec noch betont, sie sei an stabilen Preisen zwischen 22 und 28 Dollar pro Barrel (159 Liter) interessiert.

Jetzt erklärte Daukoru: "Wir wissen, dass Preise über 60 Dollar etwas hoch sind. Aber wir werden bei unserem Treffen nicht nur auf den täglichen Preis achten, sondern auf die Voraussagen zum zweiten Quartal." Wie weit der Preis noch steigen werde, vermochte Daukoru nicht zu sagen. "Die Welt ist voller schlechter Nachrichten, die den Preis beeinflussen. Wir haben keine Kontrolle darüber. Der Markt hat das letzte Wort", sagte er.

ddp

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