Stiftung rät Einheitssteuer von 30 Prozent für alle Unternehmen

10 Prozent weniger Steuern, dazu schlichtere Regeln. Die Stiftung Marktwirtschaft fordert eine Vereinheitlichung der Unternehmensbesteuerung auf 30-Prozent-Basis. 22 Prozent sollen auf den Gewinn gezahlt werden, 8 Prozent als kommunale Umsatzsteuer. Die Steuersenkung soll für mehr Investitionen sorgen.

Berlin - Die Stiftung aus Politikern, Wissenschaftlern und Steuerpraktikern legte am Montag in Berlin ihr Modell für eine umfassende Unternehmensteuerreform vor.


Demnach sollen Unternehmen gleich welcher Rechtsform künftig auf Gewinne einheitlich 22 Prozent Steuern zahlen. Hinzu kommen soll eine 8-prozentige kommunale Umsatzsteuer als Ersatz der bisherigen Gewerbesteuer. Damit würde sich die Höchstbelastung für Unternehmen, unabhängig von ihrer Rechtsform als Kapital- oder Personengesellschaft, auf 30 Prozent belaufen.

Derzeit zahlen Kapitalgesellschaften 25 Prozent Körperschaftsteuer. Inklusive Gewerbesteuer und Solidaritätszuschlag kommen sie derzeit nach früheren Angaben von Finanzminister Peer Steinbrück im Durchschnitt auf eine Besteuerung von rund 38,6 Prozent. Personengesellschaften werden beim Eigentümer mit der Einkommensteuer belastet, deren Spitzensatz derzeit bei 42 Prozent liegt. Bei niedrigen Gewinnen zahlen sie aber deutlich weniger Steuern.

Steuereinnahmen sänken um 10 Milliarden Euro

Die Stiftung Marktwirtschaft schlägt in ihrem Modell eine Besteuerung unabhängig von der Rechtsform des jeweiligen Unternehmens vor, wie es auch die Bundesregierung anstrebt. Die Steuerausfälle für den Staat durch die generelle Besteuerung zu 30 Prozent beläuft sich nach Angaben von Experten auf grob gerechnet zehn Milliarden Euro. Hintergrund für die Bemühungen um eine Unternehmensteuerreform in Deutschland sind die im europäischen Vergleich relativ hohen Steuersätze gerade für Kapitalgesellschaften, die in einigen Ländern der EU mit teils deutlich unter 20 Prozent besteuert werden.

Die Bundesregierung will daher noch in diesem Jahr damit beginnen, eine umfassende Unternehmensteuerreform zu erarbeiten, die zum 1. Januar 2008 umgesetzt werden soll. Nach früheren Angaben aus dem Finanzministerium wird sie dabei das Modell der Stiftung Marktwirtschaft und das noch ausstehende des Sachverständigenrates als Basis ihrer Beratungen nutzen.

Steinbrück hat aber wiederholt erklärt, dass kein Spielraum für Nettoentlastungen der Unternehmen bestehe.

dpa,rtr

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